Verbund-Bilanz: Weniger Wasser, weniger Gewinn – Verbund mit Ergebnisrückgang im ersten Halbjahr – Ausblick angepasst
Wien (Österreich) – Der österreichische Versorger Verbund hat im ersten Halbjahr 2025 einen deutlichen Ergebnisrückgang hinnehmen müssen. Grund dafür ist vor allem die stark gesunkene Stromerzeugung aus Wasserkraft infolge außergewöhnlich niedriger Wasserführung. Die Aktie gibt nach.
Zwar konnte der Konzern den Umsatz im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 um 3,7 % auf 4,036 Mrd. Euro steigern (1. HJ 2024: 3,892 Mrd. Euro). Das EBITDA sank allerdings um 19,8 % auf 1,413 Mrd. Euro (1. HJ 2024: 1,762 Mrd. Euro). Das Konzernergebnis ging um 11,8 % auf 802,7 Mio. Euro zurück (1. HJ 2024: 910,1 Mio. Euro). Bereinigt um Einmaleffekte liegt das Ergebnis mit 783,6 Mio. Euro sogar um 22,3 % unter dem Vorjahr.
Die Laufwasserkraftwerke verzeichneten aufgrund der Wasserknappheit einen Erzeugungskoeffizienten von nur 0,76 – deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt (1,0) und dem Vorjahreswert (1,12). Insgesamt brach die Stromerzeugung aus Wasserkraft um 28,3 % auf 12,401 Mrd. kWh (12.401 GWh) ein. Auch die Stromproduktion aus Wind und Photovoltaik litt unter ungünstigen Wetterbedingungen: Sie sank um 135 Mio. kWh (135 GWh) auf 1,064 Mrd. kWh (1.064 GWh).
Positiv wirkte sich hingegen der gestiegene durchschnittliche Absatzpreis für Strom aus. Dieser lag mit 117,2 Euro/MWh um 3,9 Euro/MWh über dem Vorjahr (2024: 113,3 Euro/MWh) – ein Effekt, den Verbund vor allem auf frühzeitig abgesicherte Stromverkäufe aus dem Jahr 2023 zurückführt. Auch die Segmente Netz, Vertrieb sowie Flexibilitätsprodukte trugen positiv zur Ergebnisentwicklung bei.
Den Ausblick für das Gesamtjahr 2025 passt Verbund vor dem Hintergrund der bisherigen Geschäftsentwicklung an. Das EBITDA soll nunmehr zwischen 2,75 und 3,1 Mrd. Euro (vorher: 2,7 bis 3,2 Mrd. Euro) liegen, das Konzernergebnis bei 1,45 bis 1,65 Mrd. Euro (vorher: 1,35 bis 1,7 Mrd. Euro). Die Ausschüttungsquote soll 45–55 % des bereinigten Ergebnisses betragen. Der Ergebnisausblick erfolgt laut Verbund unter Vorbehalt keiner weiteren gesetzlichen und regulatorischen Änderungen.
Die Aktie von Verbund gibt bis Donnerstagabend um 3 Prozent auf 65,50 Euro nach (Schlusskurs, 31.07.2025, Börse Stuttgart).
© IWR, 2026
BGH-Grundsatzurteil zu Klimaanlagen: BGH stärkt Anspruch auf Einbau von Klima-Splitgeräten in Eigentumswohnungen
EnBW fokussiert sich auf Deutschland-Geschäft: EnBW verkauft schwedisches Wind- und Solarunternehmen an Eurowind Energy
Neue Förderrunde für THWS-Wasserstoffflugzeug: THWS und Kasaero erhalten Bundesförderung für Antriebsentwicklung – Zulassung für „Taifun" läuft
Repowering in Nordhessen: Naturstrom ersetzt vier Altanlagen mit 2,5 MW durch zwei Anlagen mit 14 MW
Qualitas Windpark-Pipeline wächst: Qualitas Energy nimmt Windpark Nachtsheim-Luxem in Rheinland-Pfalz vollständig in Betrieb
Das könnte Sie auch noch interessieren
Aktuelle Jobs im Bereich Betriebswirtschaft
Jobticker - Neuzugänge Energiejobs
Energiejobs-Newsletter mit aktuellen Stellenangeboten
01.08.2025



