Energiefirmen.de

Branchenportal der Energiewirtschaft

Engie & Wasserstoffkraftwerk: Planungen für Kraftwerk in Ensdorf kommen voran

© Engie© Engie

Berlin - Der Energiekonzern Engie treibt die Planung eines neuen Gaskraftwerks im Saarland voran. Das Projekt ist Teil der deutschen Kraftwerksstrategie und soll zur Versorgungssicherheit im deutschen Stromsystem beitragen – in einer traditionsreichen Industrieregion.

Engie Deutschland verfolgt eine integrierte Dekarbonisierungsstrategie, die erneuerbare Energien mit steuerbaren, wasserstofffähigen Kapazitäten verbindet. Mit dem Projekt in Ensdorf setzt das Unternehmen seine langjährige Präsenz im Saarland fort und positioniert sich für die Kapazitätsauktionen der Bundesnetzagentur im Rahmen des Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetzes (StromVKG).

Grundstück gesichert, Genehmigungsverfahren in Vorbereitung
Engie Deutschland hat ein Industriegrundstück der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Saar (gwSaar) in Ensdorf im Saarland gesichert und bereitet den möglichen Bau eines wasserstofffähigen Gaskraftwerks vor. Im Mittelpunkt der aktuellen Planungsphase stehen die Erstellung der Unterlagen für das Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG), die Abstimmung mit Versorgungsunternehmen zu Gas- und Netzanschlüssen sowie die Vorbereitung der Teilnahme an der Kapazitätsauktion der Bundesnetzagentur gemäß dem StromVKG.

Eric Stab, CEO von Engie Deutschland, betonte die strategische Bedeutung des Vorhabens: „Wir begrüßen die Möglichkeit, die uns die Landesregierung des Saarlandes bietet, dieses Projekt am Standort Ensdorf zu planen. Es kann zur Versorgungssicherheit beitragen und gleichzeitig den Übergang zu einem klimaneutralen Energiesystem unterstützen. In einer Industrieregion wie dem Saarland, in der Engie seit Jahrzehnten aktiv ist, ist dies ein wichtiges Signal für die Energiewende."
Die finale Investitionsentscheidung ist laut Engie an einen Zuschlag in der Kapazitätsauktion der Bundesnetzagentur sowie an eine zufriedenstellende Bestätigung der Machbarkeitsstudien und des BImSchG-Genehmigungsverfahrens geknüpft.

Kraftwerksstrategie des Bundes als Rahmen für das Projekt
Das Vorhaben fügt sich in die Kraftwerksstrategie der Bundesregierung ein. Wasserstofffähige Gaskraftwerke gelten als Brückentechnologie: Sie können kurzfristig auf Schwankungen im Stromnetz reagieren und sind langfristig auf den Betrieb mit klimaneutralem Wasserstoff auslegbar. Die Weiterentwicklung des Projekts in Ensdorf ist für Engie ein vorbereitender Schritt, um an den Bieterverfahren der Bundesregierung teilnehmen zu können.

Engie mit integrierten Lösungen und langer Saarland-Präsenz
Engie verfolgt einen integrierten Ansatz zur Dekarbonisierung, der den Ausbau erneuerbarer Energien mit flexiblen Erzeugungskapazitäten und dem künftigen Einsatz klimaneutraler Gase kombiniert. Zum Flexibilitätsportfolio zählen Batteriespeicher, Pumpspeicherkraftwerke und steuerbare Gaskraftwerke. Das Unternehmen hat sich verpflichtet, seine Aktivitäten ab 2045 klimaneutral zu gestalten.
Im Saarland ist Engie seit mehr als zwei Jahrzehnten präsent. Als Mehrheitsgesellschafter von Energie SaarLorLux arbeitet das Unternehmen gemeinsam mit den Stadtwerken Saarbrücken an der Energiezukunft der Region. Das Projekt in Ensdorf steht damit exemplarisch für Engies Strategie, regionale Partnerschaften mit übergeordneten energiepolitischen Zielen zu verknüpfen.

Gaskraftwerke vs. Batteriespeicher: Zentrale Kontroverse in der deutschen Kraftwerksstrategie
Das Bundeskabinett hat den Entwurf des StromVKG am 13. Mai 2026 verabschiedet, das steuerbare Kapazitäten für 2031 sicherstellen soll. Die ersten Ausschreibungen für Langzeitkapazitäten sind für September und Dezember 2026 geplant, jeweils 4,5 GW. Das Teilnahmekriterium – mindestens zehn Stunden ununterbrochene Einspeisung – schließt Batteriespeicher faktisch aus. Weitere 2 GW Erzeugungskapazitäten sollen im Mai 2027 ausgeschrieben werden, an denen sich auch Batterien beteiligen können. Die finale Investitionsentscheidung von Engie hängt vom Ausgang dieser Ausschreibungen ab.

Die Ausgestaltung des StromVKG ist politisch umstritten. Kritiker bemängeln, dass die Kriterien für Langzeitkapazitäten auf Gaskraftwerke zugeschnitten seien und Batteriespeicher sowie andere Flexibilitätstechnologien von vornherein benachteiligten. Ein Gutachten im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe und des Wirtschaftsverbands Windkraftwerke vom April 2026 kommt zu dem Ergebnis, dass Wind- und Solarenergie auch unter Einbeziehung von Netzausbau- und Batteriespeicherkosten mit rund 11 Cent/kWh etwa dreimal günstiger sind als neu gebaute Gaskraftwerke, für die das Gutachten Gesamtkosten von bis zu 31 Cent/kWh ermittelt. Als Kostentreiber nennt das Gutachten die rasant gestiegenen Preise der Kraftwerkshersteller, Brennstoff- und Emissionszertifikatekosten sowie die erwarteten niedrigen Betriebsstunden der Gaskraftwerke.

© IWR, 2026


23.06.2026

 



Jobs & Karriere - Energiejobs.de
Veranstaltungen - Energiekalender.de

Pressemappen - mit Original-Pressemitteilungen