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Japan droht Fukushima-Kostenexplosion

Münster - Die Kosten für die Beseitigung der zerstörten Atomkraftwerke von Fukushima werden deutlich höher ausfallen als bisher angenommen. Das berichtet die Zeitung The Japan Times unter Bezug auf eine neue Projektion der japanischen Regierung.

Im Jahr 2011 kam es in Folge eines starken Seebebens zu einer schweren Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima. Vier von sechs Reaktorblöcke des Atomkraftwerks (AKW) Daiichi auf der japanischen Hauptinsel Honshu sind zerstört. Infolge der Kernschmelze hat das radioaktive Material eine ganze Region kontaminiert.

Kosten für die AKW-Beseitigung und Entsorgung explodieren

Die japanische Regierung, aber auch der zuständige AKW-Betreiber Tepco, haben die Kosten gewaltig unterschätzt. In früheren Angaben haben die japanische Regierung und Tepco lediglich mit Kosten von unter 10 Mrd. Euro kalkuliert. Weit gefehlt. Waren zunächst umgerechnet rd. 700 Mio. Euro jährlich an Kosten geplant, belaufen sich diese nach neuesten Angaben der japanischen Regierung nunmehr auf umgerechnet mehrere Milliarden Euro jährlich. Für den gesamten Abriss werden derzeit 30 Jahre veranschlagt. Weil der AKW-Betreiber Tepco die hohen Kosten nicht tragen kann, hat die japanische Regierung den AKW-Betreiber faktisch verstaatlicht. Geplant ist, Tepcos AKW-Anteil aus dem Unternehmen als Spin-Off herauszulösen und mit anderen AKW-Betreibern zu verschmelzen.

Japan will Atomkraftwerke betreiben - aktuell nur zwei AKW am Netz

Trotz des Widerstandes in der Bevölkerung und einem starken Ausbau der erneuerbaren Energien will die japanische Regierung nicht ganz aus der Atomenergie aussteigen. Derzeit sind von den 42 Atomkraftwerken aber lediglich zwei AKW-Meiler am Netz. Im Jahr 2015 hat Japan aber nur 4,3 Mrd. Kilowattstunden Strom aus Atomkraftwerken erzeugt. Verglichen mit dem Höchststand von bis zu 300 Mrd. Kilowattstunden ist das ein verschwindend geringer Beitrag zur japanischen Stromversorgung.

© IWR, 2016

26.10.2016

 



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