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Solarworld leidet unter Preiserosion

Bonn - Die Solarworld AG mit Sitz in Bonn hat die Zahlen für das dritte Quartal und die Neun-Monatszahlen 2016 vorgelegt. Hohe Abschreibungen auf Vorräte belasten das Ergebnis. Die bisherige Prognose für 2016 wird kassiert.

Vor etwa einer Woche hatte Solarworld bereits eine Gewinnwarnung herausgegeben. Die ursprünglich anvisierten Jahresziele für den Umsatz (+20 Prozent ggü. 2015 mit 763 Mio. Euro) und das Ergebnis (EBIT: -10 Mio. bis +10 Mio. Euro) werden voraussichtlich nicht erfüllt, hieß es. Heute legt das deutsche Solarunternehmen die vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal und die Neun-Monatszahlen Jan. - Sept. 2016 vor.

Abschreibungen in Q3 auf Vorräte wegen Preiserosion durch chinesisches Dumping

Solarworld hat im 3. Quartal 2016 die konzernweite Absatzmenge um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 345 Megawatt (MW; Q3 2015: 328 MW) gesteigert. Dennoch sinkt der Konzernumsatz in Q3 auf 204 Mio. Euro und liegt damit um rund vier Prozent unter dem Wert des Vorjahres (Q3 2015: 212 Mio. Euro). Das Marktumfeld sei schwierig, so der Solarkonzern. Solarworld teilt zudem mit, dass die globale Preiserosion im 3. Quartal 2016, die durch zunehmendes Dumping chinesischer Hersteller ausgelöst wurde, eine Abwertung der Vorräte in Höhe von 13 Mio. Euro erforderlich gemacht hat. Die Abwertung wirkt sich auf die Profitabilität des Unternehmens aus. Aufgrund dieser Abwertung sinkt das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im 3. Quartal 2016 auf –12 Mio. Euro (Q3 2015: +5 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) reduziert sich im 3. Quartal 2016 auf –25 Mio. Euro (Q3 2015: –6 Mio. Euro).

Neun-Monatszahlen: Umsatz steigt langsamer als der Absatz

In den ersten drei Quartalen 2016 hat Solarworld die Absatzmenge um 31 Prozent auf 1.027 MW (Q 1-3 2015: 784 MW) erhöht. Von Januar bis September 2016 kann Solarworld den Umsatz aber nur um 20 Prozent auf 639 Mio. Euro (Q 1-3 2015: 532 Mio. Euro) erhöhen. Das EBITDA erreicht in den ersten neun Monaten rund 7 Mio. Euro (Q1-Q3 2015: 15 Mio. Euro). Solarworld rutscht nach den ersten drei MOnaten tiefer in die Verlustzone: Das EBIT beläuft sich in den ersten drei Quartalen 2016 auf –30 Mio. Euro (Q1-Q3 2015: –18 Mio. Euro).

Das negative Marktumfeld hat nach Angaben von Solarworld auch zu einem Lageraufbau geführt, sodass die liquiden Mittel zum Stichtag 30. September 2016 auf 84 Mio. Euro (30. Juni 2016: 148 Mio. Euro) kräftig gesunken sind. Der Konzern habe Maßnahmen ergriffen, um die Produktionsmengen flexibler an die Nachfrage anzupassen, die Kosten weiter zu senken und somit die Liquidität im 4. Quartal zu verbessern.

Rund 500 Zeitarbeitnehmer verlassen das Solar-Unternehmen

Im September hatte Solarworld erklärt, in Ostdeutschland mehrere Hundert Mitarbeiter zu entlassen. Demnach will der Bonner Solar-Hersteller bis zum Jahresende 2016 insgesamt 500 Zeitarbeitnehmer an den Unternehmens-Standorten in Sachsen und Thüringen entlassen. Diese Entlassungen sollen in zwei Runden zum 1. Oktober und zum 1. Dezember 2016 erfolgen. Auch diese Maßnahme hat das Unternehmen mit massivem Dumping auf dem Solarmarkt begründet. Stand Ende Juni 2016 waren bei Solarworld weltweit noch etwa knapp 3.000 Menschen beschäftigt.

Aktie erholt sich

Die Aktie der Solarworld AG ist im Handel am Montag zunächst gefallen, konnte sich im Laufe des Vormittags wieder erholen. Gegen Mittag notierte das Papier bei etwa 3,50 Euro und damit wieder auf dem Niveau vom Freitag (Börse Stuttgart). Seit Anfang Februar 2016, als das Wertpapier bei 13 Euro den Jahreshöchstwert markiert hatte, ist die Solarworld-Aktie kräftig eingebrochen.

© IWR, 2016

31.10.2016

 



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