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EDF erhält Milliarden vom Steuerzahler

Paris - Der französische Energiekonzern EDF befindet sich zwar zu über 85 Prozent in den Händen des französischen Staates, doch es handelt sich auch um ein börsennotiertes Unternehmen. Nun steht eine Kapitalerhöhung auf dem Programm und dabei ist in erster Linie der französische Steuerzahler gefragt.

EDF hat eine Kapitalerhöhung angekündigt, die es in sich hat: Der Bruttoerlös soll rund vier Milliarden Euro betragen. Das Geld will der Stromkonzern in die Projektentwicklungen in der Zeit von 2017 bis 2020 stecken.

Drei Milliarden Euro kommen von der französischen Regierung

EDF will für je zehn alte Aktien drei neuen Aktien ausgeben, und zwar zu einem Preis von 6,35 Euro je Aktie. Der mit Abstand größte Anteil entfällt auf den französischen Staat, der derzeit 85,6 Prozent aller EDF-Anteile hält. Wie EDF mitteilt, hat Frankreich zugesagt, 75 Prozent der neuen Aktien zu übernehmen, das entspricht einer Summe von rund drei Milliarden Euro. Die restlichen Anteile, die der französischen Regierung zugeteilt werden, sollen verkauft werden. Die Zeichnungsfrist der Kapitalmaßnahme soll vom 8. bis zum 17. März laufen. Obwohl es sich scheinbar um einen ganz normalen Vorgang am Kapitalmarkt handelt, können diese drei Milliarden Euro auch einfach als "verkappte" staatliche Subvention eingestuft werden. Die Entscheidungen über den Konzern trifft der Staat Frankreich und die Mittel für die Kapitalerhöhung kommen vom französischen Steuerzahler.

EDF-Aktie seit Jahren auf Talfahrt

EDF ist ein gigantischer Energiekonzern mit einem Jahresumsatz von über 71 Mrd. Euro und rund 155.000 Mitarbeitern. Im Jahr 2016 hat das Unternehmen mit Hauptsitz in Paris rund 584 Mrd. Kilowattstunden Strom erzeugt. Zum Vergleich: Der deutsche RWE-Konzern kommt nach der Abspaltung von Innogy noch auf knapp 60.000 Mitarbeiter und eine Jahresstromerzeugung von rund 210 Mrd. kWh. Die EDF-Aktie steht allerdings seit Jahren enorm unter Druck. Nach dem Peak Ende 2007 bei gut 85 Euro ging es für das Wertpapier des französischen Staatskonzerns mit Unterbrechungen immer weiter bergab. Aktuell notiert das Papier bei rund 9 Euro und damit nur knapp über dem Allzeittief, das im Januar 2017 bei 8,84 Euro markiert wurde (Börse Xetra). Auch die Kapitalerhöhung sorgt bei den Aktionären nicht gerade für Begeisterung. Im Handel am Dienstag verbilligte sich das Papier um 3,4 Prozent. Für das Jahr 2016 will EDF im Juni 2017 eine Dividende in Höhe von 0,90 Euro ausschütten (Vorjahr: 1,10 Euro).

© IWR, 2017

08.03.2017

 



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