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Uniper, Shell, Engie & Co einigen sich zur Pipeline-Finanzierung

Düsseldorf – Die Finanzierung für die Erdgasleitung Nord Stream 2 steht. Dazu haben sich nun fünf europäische Energiekonzerne geeinigt. Die 1.220 Kilometer lange Erdgas-Leitung soll Russland über die Ostsee mit Deutschland verbinden. Mit Nord Stream 1 ist eine erste Leitung bereits in Betrieb.

Uniper, Wintershall (beide Deutschland), Engie (Frankreich), OMV (Österreich) und Shell (Niederlande/Vereinigtes Königreich) haben Finanzierungsvereinbarungen mit der Nord Stream 2 AG, dem für Planung, Bau und künftigen Betrieb der Nord Stream 2 Leitung verantwortlichen Unternehmen, unterzeichnet. Die Gasleitung mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern pro Jahr soll Russland mit Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern verbinden.

Gesamtkosten des Projekts in Höhe von 9,5 Milliarden Euro

Uniper hat hierzu eine Finanzierung von bis zu 950 Euro Millionen zugesagt, das entspricht zehn Prozent der gegenwärtig erwarteten Gesamtkosten des Projektes von 9,5 Milliarden Euro. Für etwa 30 Prozent dieser Finanzierung wird Uniper eine langfristige Finanzierungslinie zur Verfügung stellen, die von der Nord Stream 2 AG voraussichtlich im Jahr 2017 gezogen wird. Der verbleibende Finanzierungsanteil soll über eine gemeinsame Projektfinanzierung abgedeckt werden. Uniper prüft darüber hinaus derzeit mögliche Strukturen zur Beteiligung eines Partners an Unipers Anteil an der Finanzierung des Projekts.

Gasleitung soll 2019 fertiggestellt werden

Das finanzielle Engagement der europäischen Unternehmen unterstreicht die strategische Bedeutung des Nord Stream 2-Leitungsprojekts für den europäischen Gasmarkt, teilte Uniper mit. Angesichts des in den kommenden Jahrzehnten zunehmenden Gasimportbedarfs Europas werde es einen wichtigen Beitrag für eine wettbewerbsfähige, sichere und zuverlässige Gasversorgung leisten. Die Leitung soll eine unmittelbare Verbindung zwischen den verlässlichen Russischen Gasreserven und den europäischen Gaskunden schaffen. Der Baubeginn der Leitung ist für 2018 geplant und soll Ende 2019 abgeschlossen sein.

Russisches Gas für Europa

Eine erste Verbindung im Rahmen von Nord Stream mit zwei Pipelinesträngen ist bereits seit 2012 vollständig in Betrieb. Zusammen kommen sie ebenfalls auf eine Transportkapazität von rund 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr. Hauptanteilseigner an der Projektgesellschaft für diese erste Verbindung, der Nord Stream AG, ist der russische Energiekonzern Gazprom (51 Prozent). Die Projektgesellschaft Nord Stream 2 AG wurde gegründet, um die neue Pipeline durch die Ostsee zu bauen und betreiben. Die Unternehmensanteile werden auch von Gazprom, das selbst zu gut 50 Prozent dem russischen Staat gehört, gehalten. Alexei Miller, Vorstandsvorsitzender von PAO Gazprom, ordnet die Bedeutung der Pipeline ein: „Nord Stream 2 verdoppelt die Kapazität unseres direkten und hochmodernen Transitweges durch die Ostsee. Hierbei geht es vor allem um den Transport zusätzlicher Gasmengen, die in Europa aufgrund der weiter sinkenden heimischen Gasproduktion benötigt werden.“

© IWR, 2017

25.04.2017

 




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