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Stromverbindung nach Norwegen kommt voran

Kiel - Die Energiewende und der Netzausbau in Schleswig-Holstein kommen voran. Auch die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien legt weiter zu und übersteigt mittlerweile den Bruttostromverbrauch des Landes deutlich. Der Überschussstrom soll auch nach Skandinavien abfließen können.

Derzeit entsteht zwischen Norwegen und Deutschland die Seekabelverbindung Nordlink. Über das Kabel wird künftig norwegischer Wasser- und norddeutscher Windstrom transportiert. Auf norwegischer Seite wurde bereits im Sommer mit der Kabelverlegung begonnen. Auch in Deutschland gehen die Bauarbeiten voran.

Richtfest für Konvertergebäude der Nordlink-Seekabelverbindung

In Schleswig-Holstein hat jetzt das Richtfest für das Konvertergebäude der norwegisch-deutschen Seekabelverbindung Nordlink stattgefunden. Auf deutscher Seite soll im nächsten Jahr mit der Verlegung der Seekabel Richtung Norwegen begonnen werden, in Norwegen laufen die Kabelarbeiten bereits seit dem Sommer. Ausgehend von der Küste bei Büsum (Schleswig-Holstein) werden in Deutschland ab 2018 etwa 150 Kabelkilometer verlegt. Auf hoher See werden die Kabelenden aus Norwegen und Deutschland schließlich zusammengefügt. Das Seekabel wird norddeutsche Windenergie und norwegische Wasserkraft verbinden.

Fortschritte bei Energiewende in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) äußerte sich anlässlich des Richtfestes des Nordlink-Konvertergebäudes optimistisch über die Fortschritte bei Energiewende und Netzausbau in Schleswig-Holstein. Inzwischen besteht in Schleswig-Holstein für mehr als 320 Leitungskilometer Baurecht. Das sind mehr als die Hälfte des insgesamt geplanten Leitungsausbaus. „Wir haben den Netzausbau in Schleswig-Holstein konsequent vorangetrieben. Und mit Nordlink wird die Energiewende europäisch. Wenn mit unserem Windstrom die Energie in den Stauseen gespeichert bleibt, haben wir eine besonders effiziente Symbiose einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Energiewirtschaft erreicht“, so Habeck.

Habeck mahnt Reduzierung von EE-Abschaltungen an

Wie das Ministerium weiter mitteilt, lag die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien (EE) 2016 bei rund 19,2 Mrd. kWh und war damit deutlich höher als der Bruttostromverbrauch von rund 15,7 Mrd. kWh. Trotz der gestiegenen EE-Stromerzeugung (+ 7 Prozent) wurde 2016 nach Berechnungen der Netzbetreiber etwa acht Prozent weniger EE-Strom abgeregelt (2016: rd. 2,7 Mrd. kWh, 2015: rd. 2,9 Mrd. kWh). Die an die Anlagenbetreiber gezahlten Entschädigungskosten sanken von 295 Mio. auf 273 Mio. Euro. „Das ist noch immer deutlich zu viel. Wir brauchen dringend auch mehr Möglichkeiten, Erneuerbaren Strom zu nutzen statt ihn abzuschalten. Es ist ärgerlich, wenn wir nicht die Möglichkeiten nutzen können, die es gibt. Das hat die alte Bundesregierung verweigert und ist eine der Aufgaben für eine neue Bundesregierung“, betonte Minister Habeck.

© IWR, 2017


16.10.2017

 




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