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Siemens Gamesa stellt neue Windturbinen vor

Amsterdam – Der neue Windenergieriese Siemens Gamesa hat zwei neue Turbinen vorgestellt, je eine für den Onshore- und für den Offshore-Sektor. Es sind die ersten neuen Anlagen, die das erst im April dieses Jahres vollständig zusammengeführte Unternehmen als integrierter Konzern an den Markt bringt.

Siemens Gamesa Renewable Energy (SGRE) hat zwei neue Windenergie-Turbinen vorgestellt. Die Onshore-Getriebeanlage SG 4.2-145 und die getriebelose Offshore-Anlage SG 8.0-167 DD. Im Offshore-Sektor soll der Jahresertrag der Turbine im Vergleich zum Vorgängermodell um 20 Prozent steigen.

Neuer Ansatz: Ein Segment – eine Technologie
Die beiden Produkteinführungen sind Teil des neuen Ansatzes des im Frühling 2017 fusionierten Unternehmens, sich pro Marktsegment auf eine Technologie zu fokussieren („One Segment/One Technology“). Ab dem Jahr 2020 wird Siemens Gamesa pro Geschäftssegment eine Technologie verfolgen. Im Onshoremarkt soll das Angebot gestrafft werden und auf Getriebelösungen basieren. In der Offshore-Technologie setzt Siemens Gamesa ausschließlich auf die direkt angetriebene Produktplattform ohne Getriebe.

"Die Strategie, auf eine Plattform zu setzen, unterstützt uns mittelfristig beim Übergang zu einem gestrafften Produktangebot, das uns Skaleneffekte entlang der gesamten Lieferkette erschließt. So liefern wir unseren Kunden nachhaltigen Wert", erläutert CEO Markus Tacke. Alle kürzlich vorgestellten Anlagenmodelle auf früheren Onshore-Produktplattformen von Siemens Gamesa werden die nächsten Jahre als Brücke dienen, bis die neue Getriebeplattform in Serienproduktion gehen wird.

Neue Onshore-Plattform für den 4-MW-Bereich
Vor diesem Hintergrund stellt das Unternehmen nun die neue Getriebeanlage SG 4.2-145 als Teil einer neuen Produktplattform für Getriebeanlagen vor die Siemens Gamesa 4.X. Die Onshore-Anlage hat eine Nennleistung von 4,2 Megawatt (MW) und einen Rotordurchmesser von 145 Metern und ist für Standorte mit mittleren Windgeschwindigkeiten ausgelegt. Derzeit sind weitere Modelle für Standorte mit hoher und schwacher Windgeschwindigkeit sowie mit Rotordurchmessern von 132 und über 150 Metern in der Entwicklung, die auf der Siemens Gamesa 4.X Plattform basieren werden. Ein Prototyp soll 2018 errichtet werden. Die Zertifizierung und der Start der Produktion sind für Anfang 2019 geplant

Offshore-Turbine setzt auf bewährte Plattform auf - Tests am IWES
Im Offshore-Sektor stellt Siemens Gamesa die neue Offshore-Windenergieanlage SG-8.0-167 DD mit Direktantrieb und einem Rotordurchmesser von 167 Metern vor. Die B82-Rotorblätter mit einer Länge von 82 Metern erlauben eine um 18 Prozent vergrößerte überstrichene Rotorfläche. Der Jahresenergieertrag liegt damit um 20 Prozent höher als beim Vorgänger SWT-7.0-154. Die Anlage basiert auf der bewährten Offshore-DD-Plattform, was die Markteinführung verkürzt. Bereits im Januar 2017 wurde ein erster Prototyp der 8-MW-Klasse im dänischen Østerild planmäßig errichtet und in Betrieb genommen. Ein weiter Prototyp folgt am selben Standort im Laufe des Jahres 2018, hauptsächlich zur Erprobung der Rotorblätter.

Etwa zur gleichen Zeit werden die Leistungsfähigkeit des Generators und die Netzverträglichkeit der Anlage am Dynamic Nacelle Testing Laboratory (DyNaLab) des Fraunhofer Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES getestet. Von April 2018 bis zum Jahresende wird ein Prototyp dort in eine umfangreiche „Hardware in the loop“ (HiL)-Testkampagne durchlaufen, wie das IWES mitteilt. Im Jahr 2020 soll die SG 8.0-167 DD dann serienreif sein.

© IWR, 2017


30.11.2017