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Alegro: Erste direkte Stromleitung zwischen Deutschland und Belgien in Betrieb

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Mit der Einweihung des „Aachen Lüttich Electricity Grid Overlay“ (ALEGrO) am 09.11.2020 ist eine weitere Netzverbindung in Betrieb, die den grenzüberschreitenden Stromaustausch stärkt und die Integration Erneuerbarer Energien verbessert. Erstmals sind jetzt das deutsche und belgische Hochspannungsnetz direkt miteinander verbunden.

Alegro: 90 km Hochspannungs-Gleichstromverbindung zwischen Deutschland und Belgien als reines Erdkabel
Die neue Stromverbindung Alegro kommt den Stromkunden in Frankreich, den Niederlanden, Belgien und Deutschland gleichermaßen zu Gute. Deshalb hat die EU das 450 Mio. teure Projektvorhaben mit EU-Mitteln gefördert. Die rd. 90 km lange Leitung wurde vom deutschen Netzbetreiber Amprion und dem belgischen Netzbetreiber Elia geplant und gebaut. Hochspannungs-Gleichstromübertragungstechnologie (HGÜ) von Siemens Energy kann Alegro rd. 1.000 Megawatt (MW) Leistung in beide Richtungen übertragen. Die komplett unterirdische Leitung verläuft etwa zur Hälfte in Deutschland (41 km) und Belgien (49 km), d.h. vom deutschen Oberzier, zwischen Jülich und Düren gelegen, südlich an Aachen vorbei über das belgische Lontzen und Herve, nord-östlich von Lüttich bis nach Lixhe, nahe der belgisch-niederländischen Grenze. Baustart war im Oktober 2018, die Fertigstellung wurde wie plant Ende 2020 ohne Verzögerungen erreicht.

Neue Stromverbindung ab 18. November für den europäischen Strommarkt verfügbar
Die Alegro-Stromleitung ist eine Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) auf einer Spannungsebene von 320 kV. Die Vorteil einer Gleichstromverbindung ist die genaue Abrechnung der Stromflüsse. Nach Angaben von Amprion steht die Verbindung bereits ab dem 18. November 2020 für den europäischen Strommarkt zur Verfügung (Day-Ahead). Anschließend gehen ab dem 8. Dezember 2020 die Intraday-Kapazitäten an den Markt. Die Vergabe von Langfristkapazitäten startet Anfang 2021.

Energiewende: Weitere länderübergreifende Stromverbindungen in Europa
In Europa sind verschiedene EU-Infrastrukturvorhaben in der Planung bzw. in der Umsetzung, um die Leistungsfähigkeit zwischenstaatlicher Stromverbindungen deutlich zu erhöhen und so die europäische Versorgungssicherheit in Europa insgesamt zu verbessern. In Deutschland zählt beispielsweise die neue Stromverbindung zwischen Deutschland und Norwegen (NordLink) dazu. Die Hansa PowerBridge ist eine in der Planung befindliche Land-Seekabelverbindung, die vom Umspannwerk in Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) über Fischland durch die Ostsee nach Schweden verläuft. Auch die höheren Übertragungskapazitäten der Stromverbindungen zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark (Westküstenleitung, Mittelachse) dienen der Intensivierung und Optimierung des Stromaustauschs zwischen den EU-Ländern.

© IWR, 2020


10.11.2020

 



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