Zweitgrößter Offshore-Windpark der Welt: Nordlicht II von Vattenfall erhält finale Genehmigung
Mit dieser Bestätigung hat der schwedische Energieversorger Vattenfall die vollständige Final Investment Decision (FID) für das Offshore-Windcluster Nordlicht getroffen, das aus Nordlicht I und Nordlicht II mit insgesamt 1.610 MW installierter Leistung besteht. Der Ausbau der Offshore-Windenergie in Deutschland wird bis 2028 weiter Fahrt aufnehmen.
Vattenfall startet Offshore-Windpark Nordlicht I im Jahr 2026
Der Bau von Nordlicht I, Deutschlands größtem Offshore-Windprojekt, soll noch in diesem Jahr beginnen. Die Installation der Monopiles ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen, Nordlicht II folgt voraussichtlich rund ein Jahr später. Beide Windparks sollen 2028 in Betrieb gehen und mit einer Nettoleistung von über 1.600 MW (1,6 GW) einen wichtigen Beitrag zur Energiewende in Deutschland sowie zur industriellen Dekarbonisierung leisten.
Im März 2025 traf Vattenfall die vollständige Investitionsentscheidung für Nordlicht I sowie eine bedingte FID für Nordlicht II, vorbehaltlich der erforderlichen Genehmigung. Mit der heute erteilten endgültigen Genehmigung entfällt diese Bedingung; sie bestätigt zugleich die vollständige FID für das gesamte Nordlicht-Cluster. Bereits im Oktober 2025 hatte Vattenfall vom BSH die Planfeststellung für Nordlicht II erhalten, die die rechtliche Grundlage für den Bau schafft.
„Die Erteilung der endgültigen Genehmigung und das Erreichen der vollständigen Investitionsentscheidung markieren einen wichtigen Meilenstein für Nordlicht“, sagt Catrin Jung, Senior Vice President und Head of Business Area Wind. „Bei diesem Projekt geht es um mehr als den Ausbau von Offshore-Windkapazitäten: Es stärkt die Wettbewerbsfähigkeit Europas und reduziert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Durch die lokale Erzeugung sauberen Stroms leisten wir einen Beitrag zu einem widerstandsfähigeren Energiesystem.“
Über die Offshore-Windparks Nordlicht I und Nordlicht II
Das Nordlicht-Cluster besteht aus den Offshore-Windparks Nordlicht I (ca. 980 MW) und Nordlicht II (ca. 630 MW) mit insgesamt 112 Windturbinen. Eingesetzt wird das 15 MW-Flaggschiff von Vestas (Typ V236-15 MW). Die Windparks werden 85 km nördlich der Insel Borkum in der deutschen Nordsee errichtet. Zusammen können sie rund 6 Mrd. kWh (6 TWh) Strom pro Jahr erzeugen – genug, um etwa 1,6 Millionen Haushalte mit sauberer Energie zu versorgen.
Für den Netzanschluss der Offshore-Windparks Nordlicht I und II ist vorgesehen, dass der Strom über das Offshore-Netzanbindungssystem NOR 6 3 (BorWin4) gesammelt wird, insbesondere über die Umrichterplattform BorWin delta in der Nordsee, und anschließend über Unterseekabel ans Festland transportiert wird.
Über den Ausbau der Offshore-Windenergie in Deutschland bis 2028 – Stromautobahnen fertig
Der Ausbau der Offshore-Windenergie verlief 2025 eher schleppend. Die im Bau befindlichen Offshore-Windparks He Dreiht (960 MW) und Borkum Riffgrund 3 (913 MW) konnten nicht wie geplant vollständig ans Netz gehen. Lediglich 24 Windturbinen mit 291 MW wurden in Betrieb genommen.
Für 2026 wird erwartet, dass insgesamt Offshore-Windkraftanlagen mit knapp 1.900 MW ans Netz gehen. Neben der vollständigen Inbetriebnahme von He Dreiht und Borkum Riffgrund 3 wird der Windpark Windanker mit 300 MW nach den Planungen von Iberdrola Leistung den Betrieb aufnehmen.
Im Jahr 2027 wird die Inbetriebnahme des Nordseeclusters A von RWE & Northland Power mit einer Leistung von 660 MW erwartet. 2028 folgen Nordlicht I und II (1.610 MW) sowie Waterkant mit ca. 296 MW.
Zwischen 2026 und 2028 werden danach insgesamt neue Offshore-Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 4.800 MW erwartet. Ende 2028 sollen auch die ersten großen Stromautobahnen A-Nord / Ultranet, SuedLink und SuedOstLink fertiggestellt und in Betrieb sein.
© IWR, 2026
Deutschland: Ausbau der Offshore Windenergie und die Planungen
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