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Meilenstein für Offshore-Windenergie in Polen: Ørsted und PGE starten Offshore-Installation von 1,5-GW-Projekt Baltica 2 – Aktie legt zu

© Ørsted© Ørsted

Fredericia (Dänemark) – Der dänische Offshore-Spezialist Ørsted und der größte polnische Energieversorger PGE haben mit der Offshore-Installation des Windparks Baltica 2 in der polnischen Ostsee begonnen. Mit 1,5 GW Leistung wird das Gemeinschaftsprojekt der größte Offshore-Windpark Polens - ein Meilenstein für die polnische Energiewende.

Für Ørsted ist Baltica 2 ein zentrales Projekt in der europäischen Offshore-Strategie des Konzerns, für PGE ein Zeichen, die Energiewende in Polen aktiv zu gestalten. Beide Unternehmen setzen mit der 50/50-Partnerschaft auf langfristige Zusammenarbeit auf der Basis eines 25-jährigen inflationsgeschützten Differenzvertrags mit dem polnischen Staat. Der Windpark liegt ca. 40 km vor der polnischen Küste bei Ustka.

Offshore-Bau läuft: Van Oord installiert 111 Monopiles in der Ostsee
Mit der erfolgreichen Installation der ersten Monopile-Fundamente hat das Gemeinschaftsprojekt von Ørsted und PGE eine entscheidende Bauphase erreicht. Der Installationsauftrag liegt beim niederländischen Offshore-Spezialisten Van Oord, der insgesamt 111 Monopiles im Meer verankern wird – 107 als Fundamente für die Windturbinen sowie 4 für die Offshore-Umspannwerke. Die Installationskampagne soll bis zum vierten Quartal 2026 abgeschlossen sein.

Das Einsetzen der Monopiles ist technisch anspruchsvoll: Mit einer Länge von rund 100 Metern, Durchmessern von über 10 Metern und einem Durchschnittsgewicht von 1.500 Tonnen sind die Fundamente für den Einsatz in der Ostsee konzipiert. Jedes Element ist individuell auf seinen Standort zugeschnitten und für eine Betriebsdauer von bis zu 30 Jahren ausgelegt. Für die Arbeiten setzt Van Oord das Offshore-Installationsschiff Aeolus sowie das Schwergutschiff Svanen ein.

Govert van Oord, CEO von Van Oord, kommentierte: „Offshore-Installationen sind komplex und wetterabhängig, und unsere Priorität ist die Durchführung jeder Operation mit größter Sorgfalt für Menschen und die Umwelt der Ostsee."

Der Windpark wird aus 107 Turbinen des Typs Siemens Gamesa 14-222 mit je 14 MW bestehen. Die Turbineninstallation übernehmen Cadeler und Fred. Olsen Windcarrier. Als logistische Basis dient der Hafen von Danzig für Lagerung, Vormontage und den Offshore-Transport der Komponenten.

Mit der erwarteten Vollkommissionierung Ende 2027 und einer prognostizierten Jahreserzeugung von 5 bis 6 TWh wird Baltica 2 die polnische Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen erheblich ausbauen.

Wirtschaftlicher Rahmen: Langfristiger CfD für Baltica 2
Das Projekt steht auf einem soliden wirtschaftlichen Fundament. Baltica 2 verfügt über einen 25-jährigen inflationsgeschützten Differenzvertrag (Contract for Difference, CfD) mit dem polnischen Staat. Der Startpreis basiert auf einem vereinbarten Wert von 71,82 Euro pro MWh aus dem Jahr 2021, der bis zum Beginn des CfD um die kumulierte Inflation angepasst wird. Anschließend erfolgt eine jährliche Inflationsindexierung. Nach Ablauf des CfD kann der Windpark zum Marktpreis einspeisen oder neue Stromabnahmeverträge abschließen.

Die 50/50-Partnerschaft zwischen dem dänischen Konzern Ørsted und PGE Polska Grupa Energetyczna, dem größten polnischen Energieunternehmen, bildet die unternehmerische Grundlage. Alle behördlichen Genehmigungen liegen vor, der Netzanschlussvertrag mit dem polnischen Übertragungsnetzbetreiber PSE ist unterzeichnet.

PGE-Chef Dariusz Lubera betonte die strategische Bedeutung: „Unsere Investition stärkt die Energiesicherheit Polens, liefert eine stabile Quelle emissionsfreier Energie und reduziert gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffimporten." Ørsted-CEO Rasmus Errboe ergänzte: „Polen und Europa brauchen Offshore-Windenergie, um ihre Energiesicherheit zu stärken. Der Aufbau eines sicheren, widerstandsfähigen und nachhaltigen Europas ist wichtiger denn je."

Ørsted-Aktie seit Jahresbeginn fast 40 % im Plus
Die im regenerativen Aktienindex RENIXX World gelistete Ørsted-Aktie hat gestern um 1,8 % auf 22,23 Euro zugelegt (Schlusskurs 11.05.2026, Börse Stuttgart). Gegenüber dem Jahreswechsel ist das ein Plus von 37,7 %.


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12.05.2026

 



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