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Pressemitteilung WIE - Weiterbildung im Energiebereich

Dänemark sucht nach neuen Biobrennstoffen – Chance für Getreide-Siebreste - Dänische Experten auf dem 5. Glücksburger Biomasse-Forum -

Glücksburg (iwr-pressedienst) - Während wir uns in Deutschland zunächst
darauf konzentrieren unser Holzpotential überhaupt ausgenutzt zu bekommen,
setzt unser nördliches Nachbarland Dänemark bereits zunehmend auf die
Nutzung anderer Biobrennstoffe wie Nussschalen, Fruchtkerne und vor allem
Getreide-Siebreste. Das ist nicht verwunderlich, denn die große Zahl an
biomassegefeuerten Heizwerken sowie kleinen privaten Biokesseln haben den
Markt für die traditionellen Biobrennstoffe Holzhackschnitzel, Holzpellets
und Stroh knapp werden lassen. Dies hat in den letzten Jahren zu
erheblichen Preissteigerungen geführt. Beispielsweise stiegen für
Heizwerke die Kosten für Holzpellets innerhalb der letzten zwei Jahre von
rund 114 Euro auf 143 Euro pro Tonne, für private Haushalte im Zeitraum
1995 bis 2002 um 50 Prozent auf rund 214 Euro pro Tonne.

Somit wird die Nutzung anderer Biobrennstoffe interessant, obwohl diese
häufig wesentlich schwieriger beherrschbar sind. Die Brennstoffe haben
höhere Aschegehalte und neigen zu höherer Schlackebildung, was in größeren
Anlagen gut beherrschbar ist, aber in kleinen Anlagen zu Problemen in der
Handhabung führt. Viele dänische Hersteller von Biokesseln arbeiten
bereits intensiv an den Problemen und können bereits gute Ergebnisse
vorweisen.

Dänische Energieexperten erwarten, dass vor allem Getreidesiebreste in
Zukunft in Dänemark eine wachsende Rolle als Brennstoff spielen werden. So
wurden früher bei dem dänischen Futtermittelhersteller DLG in Aarhus die
Siebreste in die Futtermittelproduktion zurückgeführt, doch aus
Qualitätsgründen erfolgt das mittlerweile nicht mehr. Anstatt die
Getreide-Siebreste auf die Mülldeponie zu verbringen werden sie im eigenen
1,75 MW Heizwerk zur Wärmeproduktion genutzt. Auch das 6,3 MW Heizwerk in
Mariager, ein 8.500-Seelen-Dorf im Norden Jütlands, nutzt
Getreide-Siebreste als Brennstoff und produziert damit so günstig Wärme,
wie derzeit kaum eine anderes in Dänemark. Alle Beteiligten haben
Vorteile, die Heizwerke bekommen einen günstigen Brennstoff und der
Futtermittelhersteller spart die Entsorgungskosten.

Auch in Deutschland zeichnet sich ab, dass Getreide-Siebreste in
Zukunft nicht wieder in die Futtermittelproduktion zurückgeführt werden,
aber die energetische Nutzung muss hier erst einmal genehmigungsrechtliche
Hürden bezüglich der Zulassung als Brennstoff bewältigen.

Am 11. März sind dänische Biomasseexperten zu Gast auf dem Glücksburger
Biomasse-Forum und werden über ihre ersten Erfahrungen mit den
Getreidesiebresten sprechen. Im Rahmen der Veranstaltung wird es auch eine
Exkursion zu dänischen Anlagen geben.

Weitere Informationen zur Veranstaltung sind abrufbar unter
https://www.energiekalender.de/anzeige/infos_anmeldung.php?eintrag=1112260


Glücksburg, den 28. Februar 2003


Veröffentlichung honorarfrei; ein Belegexemplar an WIE - Weiterbildung im
Energiebereich wird freundlichst erbeten.



Achtung Redaktionen: Für Fragen steht Ihnen Herr Dipl.-Ing. Anders Fonager
Christensen, WIE - Weiterbildung im Energiebereich, gerne zur Verfügung.

Bahnhofstr. 5
24960 Glücksburg
Tel: (04631) 6236 - 10
Fax: (04631) 6236 - 11
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