Algen-Produktion: ENEA präsentiert die erste Algovoltaikanlage in Italien
Rom, Italien – Die Italian National Agency for New Technologies, Energy and Sustainable Economic Development (ENEA) hat in Kooperation mit dem regenerativen Energieversorger Enel Green Power das erste Algovoltaiksystem in Italien entwickelt.
Die Algovoltaikanlage, die gerade im ENEA-Forschungszentrum in Portici (Neapel) im Rahmen einer Vereinbarung zwischen ENEA und Enel Green Power fertiggestellt wurde, ist in der Lage, die Erzeugung von Solarstrom mit der Produktion von Mikroalgen für Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmazwecke zu kombinieren.
Auf der Basis eines vollautomatischen, in die PV-Anlage integrierten Kultivierungssystems ist eine jährliche Produktion von etwa 30 Kilogramm getrockneten Algen möglich, bei einer Modulfläche von 40 m2 und einer Leistung von 7 kWp.
Die Mikroalgen, die einen hohen kommerziellen Wert von 100 bis 600 Euro/kg aufweisen, wachsen in einer wässrigen Lösung, die in sog. Photobioreaktoren fließt. Dabei handelt es sich um transparente, miteinander verbundene Glasröhren, in denen die Flüssigkeit zirkuliert. Die Röhren sind dabei nicht direkt der Sonne ausgesetzt, sondern unter den Photovoltaikmodulen platziert.
Dank der durch Sonnenenergie ausgelösten Photosynthese und der daraus resultierenden Absorption von Kohlendioxid wachsen die Mikroalgen in der Lösung, bis sie einen Reifezustand erreichen, sodass sie durch eine leistungsstarke Zentrifuge, die sie vom Wasser trennt, gesammelt werden können.
Die Innovation wurde von einem interdisziplinären Team von Technikern entwickelt, die auf Mikroalgen spezialisiert sind, sowie von ENEA-Forschern mit Know-how in der Entwicklung von Solarsystemen für Forschungszwecke. Darüber hinaus war ein Team von Enel Green Power-Technikern in das Projekt involviert, das sich mit dem Design der PV-Anlage und der Bewertung der Leistung und Skalierbarkeit der integrierten Anwendung befasst hat.
„Die Vorteile des gewählten Ansatzes sind vielfältig. Zuallererst ermöglichen uns Algen, die von der Sonne kommende Energie besser zu nutzen als herkömmliche Pflanzen, da sie eine höhere Photosyntheseeffizienz haben. Darüber hinaus haben sie einen hohen Umweltwert, da sie Kohlendioxid verbrauchen, es durch Photosynthese in Biomasse umwandeln und reinen Sauerstoff in die Atmosphäre abgeben“, so Carmine Cancro, Forscherin im ENEA-Labor für intelligente Netze und Energienetze,
Das Algovoltaiksystem wurde in dieser Woche in Rom auf der Veranstaltung für grüne Technologien „Zero Emission Mediterranean 2023“ vorgestellt.
© IWR, 2026
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