Eni diversifiziert: Italien will mehr Gas aus dem Kongo beziehen
Rom - Italien will wie alle EU-Länder die Abhängigkeit von russischem Gas reduzieren. Gestern (21.04.2022) haben der kongolesische Minister Bruno Jean Richard Itoua und der CEO des italienischen Energiekonzerns Eni, Claudio Descalzi, in Brazzaville eine Absichtserklärung unterzeichnet, um die Gasproduktion und den Export zu steigern.
Die Vereinbarung sieht die Beschleunigung und Steigerung der Gasproduktion im Kongo vor, hauptsächlich durch die Entwicklung eines LNG-Projekts, dessen Inbetriebnahme bereits für 2023 erwartet wird. Die Kapazität soll jährlich über 4,5 Milliarden Kubikmeter betragen.
Derzeit ist Eni das einzige Unternehmen, das sich der Erschließung der riesigen Gasvorkommen der Republik Kongo verschrieben hat, teilte das Unternehmen mit. Eni ist bereits seit über 50 Jahren im Kongo präsent und liefert bereits Gas an ein Kraftwerk in dem Land.
Italien forciert mit hohem Tempo die Gas-Diversifizierung. Bereits heute bezieht Italien über eine Pipeline Erdgas u.a. aus Algerien, Libyen oder über die Trans Adriatic Pipeline (TAP) aus Aserbaidschan. Neben dem Kongo soll in Zukunft auch mehr Erdgas aus Angola kommen.
Bereits am 13. April 2022 hatte Eni in Ägypten eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet. Ziel ist es, die Gasproduktion und die LNG-Exporte zu maximieren. Das Abkommen zielt darauf ab, den ägyptischen Gasexport nach Europa und insbesondere nach Italien im Zusammenhang mit dem Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu fördern. Eni ist seit 1954 in Ägypten mit der Tochtergesellschaft IEOC präsent.
Der aktuelle Füllstand der Gasspeicher in Italien erreicht knapp 33 Prozent (Datum: 20.04.2022). Das ist etwas mehr als der Durchschnitt in der EU (30,1%). In Deutschland sind die Gasspeicher aktuell zu 31,8 Prozent gefüllt.
© IWR, 2026
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