Exporteinnahmen diversifizieren: Oman steigt in grüne Wasserstoff-Produktion ein
Paris - Der Oman ist bereits gut aufgestellt, um um große Mengen emissionsarmen Wasserstoffs zu produzieren. Damit will das Land die Exporteinnahmen diversifizieren, steigern und die gleichzeitig den Erdgasverbrauch senken.
In dem Bericht „Renewable Hydrogen from Oman: A Producer Economy in Transition“ hat die Internationale Energieagentur (IEA) in einem Bericht das Potenzial von erneuerbarem Wasserstoff in einem Land analysiert, das eigentlich fossile Brennstoffe produziert. Diese Analyse baut auf der laufenden technischen Zusammenarbeit der IEA mit Oman auf, um den Übergang des Landes zu sauberer Energie zu unterstützen.
Oman will bis 2030 mindestens 1 Million Tonnen erneuerbaren Wasserstoff pro Jahr produzieren, bis 2040 bis zu 3,75 Millionen Tonnen – und bis 2050 bis zu 8,5 Millionen Tonnen. Das wäre bereits mehr als der heutige gesamte Wasserstoffbedarf in Europa. Das Wasserstoffziel für 2040 würde 80 Prozent der derzeitigen LNG-Exporte Omans in Energieäquivalenten ausmachen, während das Erreichen des Ziels für 2050 diese fast verdoppeln würde, so die IEA.
Öl und Gas machen heute rund 60 Prozent der Exporteinnahmen Omans aus und heimisches Erdgas ist für über 95 Prozent der Stromerzeugung des Landes verantwortlich. Im Jahr 2022 kündigte Oman das Ziel an, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen und begann, den Einsatz fossiler Brennstoffe in seinem heimischen Energiemix zu reduzieren. Basierend auf einer IEA-Analyse der aktuellen globalen Projektpipeline ist Oman auf dem besten Weg, bis 2030 der sechstgrößte Wasserstoffexporteur weltweit und der größte im Nahen Osten zu werden.
Oman setzt bereits konkrete Maßnahmen um, um seine ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Im Jahr 2022 gründete die Regierung eine unabhängige Einheit, Hydrogen Oman (HYDROM), um ihre Wasserstoffstrategie zu leiten und zu verwalten.
Omans Exporte von erneuerbarem Wasserstoff dürften zunächst in Form von Ammoniak transportiert werden, heißt es in dem IEA-Bericht. Während Oman bereits rund 200.000 Tonnen Ammoniak pro Jahr exportiert, müsste seine Ammoniak-Exportkapazität bis 2030 um das 20- bis 30-fache höher sein, wenn das Land in diesem Zeitraum ein bedeutender internationaler Wasserstofflieferant werden will.
Um Omans Wasserstoffziele zu erreichen, ist ein kräftiger Ausbau der erneuerbaren Energien erforderlich. Soll das Ziel für 2030 erreicht werden, sind rund 50 Terawattstunden (50 Mrd. kWh) Strom p.a. erforderlich. Basierend auf den kürzlich vergebenen Angebotspreisen in der Region sind Solar-, Photovoltaik- und Windkraftanlagen wahrscheinlich bereits mit der Stromerzeugung aus Erdgas im Oman konkurrenzfähig, so die IEA.
© IWR, 2026
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