Gas statt Kohle : EnBW will Kraftwerk in Stuttgart-Münster umbauen
Stuttgart - Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG geht einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einer klimafreundlicheren Energieversorgung. Die Kohlekessel im Heizkraftwerk Stuttgart-Münster sollen in den kommenden Jahren durch emissionsarme, erdgasbetriebene Turbinen ersetzt werden. Mit dem Brennstoffwechsel von Kohle auf Gas gibt es dann keine Energieerzeugung aus Kohle mehr im Stuttgarter Stadtgebiet.
„Die EnBW will bis 2035 klimaneutral werden. Erdgas sehen wir dabei als Brückentechnologie, mit der wir im ersten Schritt den CO2-Ausstoß gegenüber der heutigen Kohleverstromung um mehr als 40 Prozent senken können“, erläutert Andreas Pick, der die Brennstoffwechsel-Projekte der EnBW übergreifend verantwortet: „Bei der Auslegung der neuen Anlage berücksichtigen wir aber schon jetzt den nächsten Schritt: die Fähigkeit zur Verbrennung ‚grüner‘ Gase wie regenerativ erzeugtem Wasserstoff. Damit könnte die Energieerzeugung dann völlig CO2-frei erfolgen.“
Vorbehaltlich eines positiven Genehmigungsbescheides und der endgültigen Investitionsentscheidung der EnBW könnte mit dem Bau 2023 begonnen werden und die Inbetriebnahme nach etwa zweijähriger Bauzeit in 2025 erfolgen.
In Stuttgart-Münster wird gleichzeitig Strom und Fernwärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erzeugt. Das Heizkraftwerk besteht derzeit aus einer Abfallverbrennungsanlage mit drei Müllkesseln, einem Steinkohleblock mit drei Kohlekesseln, drei Dampfturbinen und heizölbefeuerten Turbinen. Insgesamt verfügt der Standort Stuttgart-Münster über eine elektrische Leistung von 183 Megawatt und eine Wärmeleistung von rund 450 Megawatt.
© IWR, 2026
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