Hohes Ausbautempo: Photovoltaik und Windenergie in China im Juni 2024 erstmals vor Kohle
Oslo, Norwegen - Nach aktuellen Daten der Nationalen Energiebehörde (NEA) haben Wind- und Solarenergie im Juni dieses Jahres in China gemeinsam die Kohle erstmals bei der installierten Gesamtleistung überholt.
Das berichtet das Energieforschungs- und Beratungsunternehmen Rystad Energy aus Oslo, das in seiner Analyse prognostiziert, dass bis 2026 allein die Solarenergie mit einer kumulierten Kapazität von über 1,38 Terawatt (TW) die Kohle-Leistung, der bislang wichtigsten Energiequelle in China, um 150 GW übertreffen wird.
Diese Verschiebung ist auf die zunehmende Bedeutung der regenerativen Energien in China und die Abkehr von fossilen Brennstoffen zurückzuführen. Trotz des Vorsprungs der Kohle mit jährlichen Neu-Installationen von rund 50 GW vor dem Jahr 2016 hat China seitdem den Ausbau der erneuerbaren Energien stark beschleunigt.
Ab 2020 haben die jährlichen Installationen von Wind- und Solarenergie dann durchweg 100 GW überschritten, was dem Drei- bis Vierfachen des Kapazitätszuwachses bei Kohle entspricht, so das Research-Unternehmen. Diese Dynamik hat sich seither weiter beschleunigt, während sich Chinas Kohlekraftwerkssektor parallel dazu in die entgegengesetzte Richtung entwickelt, da hier die Dynamik nachlässt. 2023 wurden noch rund 40 GW an Kohlekraftwerken zugebaut, nach Schätzungen von Rystad Energy ist die Ausbaudynamik in der ersten Hälfte des Jahres 2024 hier aber weiter zurückgegangen und auf 8 GW gesunken.
Im Zuge des Ausbaus der erneuerbaren Energien im Rahmen einer unterstützenden Politik hat die Regierung strengere Beschränkungen für neue Kohleprojekte eingeführt, um die CO2-Reduktionsziele zu erreichen. Die Bemühungen konzentrieren sich nach Angaben von Rystad Energy nun auf die schrittweise Stilllegung kleinerer Kohlekraftwerke, die Nachrüstung bestehender Anlagen zur Emissionsreduzierung und die Durchsetzung strengerer Normen für neue Projekte. Infolgedessen hat sich die Schere zwischen dem jährlichen Kapazitätszuwachs zwischen Kohle und sauberen Energien stark vergrößert und wird in der ersten Hälfte des Jahres 2024 laut Rystad Energy das 16-fache betragen.
„Das Land ist auf dem besten Weg, seinen Ruf als weltgrößter Treibhausgasemittent und Stromverbraucher loszuwerden, denn es verfügt über eine umfangreiche Projektpipeline für erneuerbare Energien. Die Solarenergie wird bei diesem Wandel eine zentrale Rolle spielen, denn die Fortschritte bei den Lieferketten, der Infrastruktur und dem Kapazitätsausbau werden die Kohle bei der künftigen Energieerzeugung überholen“, so Simeng Deng, leitender Analyst von Rystad Energy über die Entwicklung in China.
Während Chinas saubere Energiekapazitäten wachsen, stehen sie vor großen Herausforderungen, wie z. B. geringe Auslastung und Unterbrechungen. Die Bewältigung dieser Probleme erfordere eine erhebliche Aufrüstung der Netzinfrastruktur, um die Flexibilität der Übertragung und die Speicherkapazitäten zu verbessern, so Rystad Energy.
© IWR, 2026
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