Kein Geschäft mehr: Energieversorger Enel verlässt Russland
Münster - Der italienische Energiekonzern Enel gibt das Geschäft in Russland auf. Zuvor hatten schon große Energiekonzerne wie BP, Shell oder Equinor angekündigt, ihre russischen Aktivitäten zu beenden. Enel wird Russland "in wenigen Monaten verlassen", sagt Enel-CEO Francesco Starace bei Bloomberg TV.
PJSC Enel Russia ist der Enel-Ableger in Russland. Das Unternehmen liefert Strom und Wärme sowohl für Industrieunternehmen als auch für Haushaltskunden. Die Enel-Gesamtleistung gibt das Unternehmen mit 5.740 MW an. Neben dem GuD-Kraftwerk Konakovskaya GRES mit acht Blöcken und einer elektrischen Leistung von 2.520 MW betreibt das Unternehmen auch das GuD-Kraftwerk Nevinnomysskaya GRES im Nordkaukasus mit einer Leistung von 1.551 MW sowie das Kraftwerk Sredneuralskaya GRES (1.579 MW) in der Oblast Swerdlowsk.
Des Weiteren betreibt PJSC Enel Russia noch den Windpark Asow mit einer Leistung von 90 MW, der Windpark Kola (201 MW) in der Region Murmansk befindet sich seit September 2019 im Bau.
Enel hatte jüngst die Zahlen für das Geschäftsjahr 2021 vorgelegt. Der Umsatz sprang um 33,3 Prozent auf 88 Mrd. Euro (2020: 66 Mrd. Euro), der Gewinn auf Basis EBITDA kletterte um 6,6 Prozent auf 19,2 Mrd. Euro (2020: 18 Mrd. Euro). Grund für den Gewinnanstieg ist vor allem die Ökoenergie-Sparte Enel Green Power, so Enel. Das Nettoergebnis gibt Enel mit 5,6 Mrd. Euro an, nach 5,2 Mrd. Euro im Vorjahr 2020.
Enel hat 2021 den Dekarbonisierungsprozess weiter fortgesetzt. So wurden erneuerbare Kapazitäten mit über 5,1 GW Leistung (5.100 MW) neu installiert, darunter 200 MW Batterieleistung. Zeitgleich wurden konventionelle Erzeugungskapazitäten durch Abbau kohlebefeuerter Kraftwerksleistung um 2 GW reduziert.
© IWR, 2026
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