Kleine modulare Atomkraftwerke (SMR): NuScale erzielt in drei Monaten 1,4 Mio. USD Umsatz – Iceberg Research beklagt Anleger-Täuschung
Portland - Die börsennotierte NuScale Corporation, ein US-Entwickler von kleinen modularen Atomkraftwerken (SMR), hat die Finanzergebnisse für das erste Quartal 2024 bekannt gegeben. Von Januar bis März 2024 erzielte NuScale einen Umsatz von 1,4 Mio. USD (Q1 2023: 5,5 Mio. USD). Das ist ein Umsatzrückgang um rd. 75 Prozent. Gleichzeitig stieg der Nettoverlust in den ersten drei Monaten auf minus 58,1 Mio. USD (Q1 2023: minus 35,6 Mio. USD).
Der höhere Nettoverlust ist laut NuScale auf eine einmalige Belastung in Höhe von 3,2 Mio. USD im Zusammenhang mit der Fortsetzung des Übergangs von einem auf Forschung und Entwicklung basierenden Unternehmen hin zu einem kommerziellen Betrieb zurückzuführen. Auch eine nicht zahlungswirksame Anpassung des beizulegenden Zeitwerts der Optionsscheine in Höhe von 9,0 Mio. USD aufgrund eines Anstiegs des Aktienkurses sei Ursache für den Anstieg des Nettoverlustes.
Zum Ende des ersten Quartals 2024 hatte NuScale noch Barmittel und Äquivalente in Höhe von 137,1 Mio. USD (davon 5,1 Mio. USD beschränkt verfügbar). Zum Jahresende 2023 waren es nur 125,4 Mio. USD (davon 5,1 Mio. USD beschränkt verfügbar).
Im Jahr 2023 musste NuScale einen Rückschlag hinnehmen, als Utah Associated Municipal Power Systems (UAMPS) aus dem Carbon Free Power Project (CFPP) ausgestiegen ist. Geplant waren sechs kleine AKW-Module (SMR) mit je 77 MW Leistung in Idaho.
Laut Iceberg Research (Bilanzanalyst und Shortseller) hat NuScale nach der Beendigung des UAMPS-Vertrags aufgrund von Kostenüberschreitungen keinen einzigen Auftrag erhalten. Ohne einen ernsthaften Kunden stützt sich das Marketing von NuScale jetzt stark auf darauf, das erste und einzige SMR-Design zu besitzen, das von der US Nuclear Regulatory Commission (NRC") zertifiziert wurde, so Iceberg Research.
Tatsächlich hat NuScale laut Iceberg zwar eine Design-Zertifizierung, aber nur für das ursprüngliche 50 MW-Reaktordesign, das 2023 auch erteilt wurde. Für den neuen 77-MW-Reaktor, den NuScale nun vermarkten möchte, gibt es danach noch keine Genehmigung.
Iceberg kritisiert, dass es sich bei dem 77 MW-Reaktor nicht um eine einfache Erweiterung der vorherigen Konstruktion handelt, da die Erhöhung der Leistung um ca. 50 Prozent zu einer stärkeren Belastung der kritischen Komponenten des Reaktors führen wird. Deshalb hat NuScale offenbar ein Standard Design Approval ("SDA") beantragt und keine vollständige Zertifizierung. Die SDA ist ein weniger strenger Schritt im Genehmigungsverfahren.
Iceberg Research wirft NuScale vor, den „Anlegern vorzugaukeln, dass sein derzeitiges Design zertifiziert ist, was absolut falsch ist.“ In Wirklichkeit werde das Zulassungsverfahren Jahre dauern, bevor NuScale seinen SMR kommerziell vermarkten kann, vorausgesetzt, die Nachfrage ist vorhanden, so das abschließende Fazit von Iceberg Research vom 16.05.2024.
© IWR, 2026
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