Meilenstein für Helioflex®-PV-Pilotprojekt in Wildon: Baustart von erstem Helioflex® Solarfaltdach auf Kläranlage in Österreich
Grazerfeld (Österreich) - In Wildon in der Steiermark hat der Abwasserverband Grazerfeld in der letzten Woche den offiziellen Baustart für ein Solarpilotprojekt gesetzt. Auf der örtlichen Kläranlage entsteht das erste Solarfaltdachsystem in Österreich, das direkt über bestehenden Belebungs- und Nachklärbecken installiert wird. Entwickelt wurde das System von der dhp Technology AG.
Zum Einsatz kommt die Helioflex® Solarfaltdach-Technologie, die in diesem Projekt erstmals auf einer österreichischen Kläranlage implementiert wird. Die Anlage überspannt künftig zwei Belebungsbecken sowie drei Nachklärbecken und nutzt damit vollständig bestehende Infrastruktur. Insgesamt wird eine Fläche von rund 12.000 Quadratmetern überdacht.
Technisch basiert das System auf einer Leichtbaukonstruktion mit seilbasiertem Tragwerkskonzept, bei dem die Photovoltaikmodule in sogenannten Faltdachgruppen an Trag- bzw. Führungsseilen aufgehängt sind. Diese Seilbahntechnologie ermöglicht große Spannweiten sowie eine erhöhte Bauhöhe über der jeweiligen Infrastruktur. Die Module sind innerhalb des Systems beweglich gelagert und können über ein seilzugbasiertes Antriebs- und Führungssystem automatisch aus- und eingefahren werden. Dabei werden die Modulfelder in eine geschützte Position zurückgezogen, sobald Wind-, Schnee- oder Hagelereignisse erkannt werden. Die Steuerung erfolgt über ein automatisiertes System, das Wetterdaten und Betriebsparameter auswertet und die Positionierung der Modulsegmente entsprechend anpasst.
Die installierte Leistung beträgt rund 1,85 Megawatt Peak (MWp). Der erzeugte Strom ist für den direkten Verbrauch im Anlagenbetrieb vorgesehen. Der Abwasserverband Grazerfeld verfolgt bereits seit Jahren ein Energiekonzept zur Reduktion externer Strombezüge und setzt dabei unter anderem auf die Nutzung von Klärgas. Das Solarfaltdach ergänzt diese Strategie.
Charakteristisch für das Projekt ist der Verzicht auf zusätzliche Flächeninanspruchnahme. Da ausschließlich bestehende Becken überbaut werden, entstehen keine zusätzlichen Versiegelungen. Gleichzeitig bleiben alle Wartungs- und Betriebszugänge erhalten.
Für den Betrieb kritischer Infrastruktur wurde das System mit einem automatisierten Schutzmechanismus ausgestattet. Sensoren überwachen Wetterdaten wie Wind, Niederschlag und Temperatur. Bei Extremwetterereignissen fahren die Module automatisch in eine Schutzposition.
© IWR, 2026
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