Noch viel Potenzial: Biogasanlagen produzieren Strom flexibel und bedarfsgerecht
Gülzow-Prüzen – Biogasanlagen werden trotz Flexprämie bisher überwiegend in der Grundlast gefahren. Zwar gibt es bereits Biogasanlagen in Deutschland, die schon heute flexibel und der Nachfrage entsprechend Strom produzieren, aber es sind vergleichsweise wenige.
Biogas hat einen erheblichen Vorteil gegenüber anderen erneuerbaren Energien: es ist speicherbar und kann somit Spitzenstrom liefern. Bestehende Biogasanlagen mit Stromerzeugung müssen dafür jedoch vom Grundlastbetrieb auf die bedarfsorientierte Betriebsweise umgestellt und Investitionen getätigt werden. Mit der Direktvermarktung und der Flexibilitätsprämie des EEG unterstützt die Bundesregierung die Anpassung von Biogasanlagen an das Stromnetz der Zukunft.
Laut einer Studie des Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) erhalten aktuell ca. 3.300 Biogas- und Biomethan-BHKW mit einer installierten elektrischen Leistung von ca. 2,2 GWel die sogenannte Flexprämie. Obwohl die Stromeinspeisung zu Hochpreisphasen Mehrerlöse verspricht, fahren die meisten dieser Anlagen trotzdem bislang nicht marktpreisorientiert. Dies zeigt eine Analyse im Auftrag der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR), die von der Agrarservice Lass GmbH mit Hilfe des Flexperten-Netzwerkes durchgeführt wurde.
Die Anzahl der zukunftsweisend flexibilisierten Anlagen ist dabei im Ergebnis noch sehr gering und wird auf ca. 150 Anlagen geschätzt. Daher bleiben die Effekte der Flexibilisierung bislang unsichtbar und der Wert real existierender Biogas-Speicherkraftwerke wird für den Strommarkt nicht wahrgenommen. „Die Bedeutung von Stromlieferanten, die in der Lage sind, auf Strompreisschwankungen flexibel zu reagieren, wird insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden fluktuierenden Einspeisung aus Photovoltaik und Windkraft in den nächsten Jahren weiter zunehmen“, ist sich Martin Lass, Geschäftsführer der Agrarservice Lass GmbH, sicher, dass der Betrieb fahrplanoptimierter Biogasanlagen Zukunft hat.
Als nächsten Schritt sollen die Effekte der Flexibilisierung als Vorbild für andere Biogasanlagenbetreiber deutlich sichtbar gemacht werden.
© IWR, 2026
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