Reaktion auf Nord Stream 2: Russische Gazprom bietet weiterhin kein zusätzliches Gas an
Münster – Der russische Gasversorger Gazprom liefert weiter die auf Basis langfristiger Lieferverträge vereinbarten Gasmengen, mehr aber auch nicht. Wie seit Monaten wird auch in dieser Woche auf der elektronischen Handelsplattform von Gazprom Export LLC kein zusätzliches Gas für den Spotmarkt angeboten.
Die letzte Gas-Transaktion auf der Gazprom-Plattform erfolgte am 13. Oktober 2021, wie die Nachrichtenagentur Interfax meldet. Allerdings hatte Russland bereits seit September 2021 die Handelsaktivitäten sukzessive zurückgefahren. Nach dem 13. Oktober 2021 ist der zusätzliche Gasverkauf eingestellt worden, nachdem die Gaspipeline Nord Stream 2 nicht in Betrieb gegangen ist.
Im gesamten Jahr 2021 hatte Gazprom über die langfristigen Vertragsbeziehungen hinaus laut Interfax nur noch 7,286 Mrd. m³ Erdgas am Markt angeboten, im Jahr 2020 waren es noch 27,521 Mrd. m³ Erdgas. Gazprom hat im laufenden Jahr 2022 bisher noch kein zusätzliches Gas angeboten.
Die EU-Erdgaspreise sind am TTF-Hub nach einem Rekordhoch von knapp 350 Euro pro MWh (07. März 2022) zuletzt wieder auf unter 100 Euro pro MWh gefallen. Das ist immer noch weit über dem Vorkrisenniveau. Zur Beruhigung der Marktsituation hat neben dem Import von Flüssiggas u.a. auch die vergleichsweise milde Witterung in Europa beigetragen, der Gasbedarf sinkt mit steigenden Temperaturen deutlich.
Auch die Stromversorger reagieren und setzen seit Beginn des Jahres statt Gaskraftwerke vermehrt Kohlekraftwerke ein. Letztendlich erwarten Experten auch eine höhere Preissensibilität der Verbraucher, die wegen der gestiegenen Gaspreise zurückhaltender werden und mehr Energie einsparen.
© IWR, 2026
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21.03.2022



