Stromversorgung gefährdet: Polnisches Braunkohle-Kraftwerk Bełchatów fällt fast vollständig aus
Warschau – In Polen sind binnen kurzer Zeit 10 Kraftwerksblöcke des riesigen Braunkohle-Kraftwerks Bełchatów ausgefallen. Grund war laut Angaben des polnischen Energiekonzerns PGE GiEK ein Ausfall der Schaltstation in Rogowiec der Polskie Sieci Elektroenergetyczne (PSE). Am 17.05.2021 wurden 10 der elf Kraftwerksblöcke mit einer Gesamtleistung von 3.640 MW automatisch vom Netz getrennt, mit weitreichenden Folgen für das gesamte europäische Stromnetz.
Der gewaltige kurzfristige Lastabwurf sorgte für einen Spannungseinbruch und einen Abfall der Netzfrequenz. Polen musste Pumpspeicherkraftwerke aktivieren und Strom aus Nachbarländern importieren. Mit Hilfe von Reservelieferungen aus Ländern wie Deutschland, Schweden, Slowakei und Tschechien konnte die Netzsituation insgesamt stabilisiert und so ein Blackout verhindert werden.
Seit gestern (Dienstag, 18.05.2021) sind insgesamt 8 von 10 Kraftwerksblöcken wieder am Netz. Derzeit laufen die Vorbereitungen, um die Erzeugungskapazität des Kraftwerks Bełchatów vollständig wiederherzustellen, teilte PGE mit.
Nach Angaben der polnischen Wirtschaftszeitung Puls Biznesu hat der stellvertretende Minister für Klima und Umwelt, Dziadzio, auf der heutigen (19.05.2021) Sitzung des Parlamentarischen Ausschusses für Umweltschutz, natürliche Ressourcen und Forstwirtschaft zum Ausfall des Kraftwerks in Bełchatów gesagt, dass das Ereignis auf "einen gewöhnlichen menschlichen Fehler" zurückzuführen sei.
Das polnische Kraftwerk Bełchatów ist das weltgrößte Braunkohlekraftwerk mit einer Leistung von 5.298 MW und produziert etwa 20 Prozent des polnischen Stroms.
© IWR, 2026
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19.05.2021



