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Ukraine-Krieg: Stadtwerke München überdenken Kraftwerks-Umstellung von Kohle auf Erdgas

© Stadtwerke München© Stadtwerke München

Münster - Der schnelle Ausstieg aus der Kohlenutzung im Heizkraftwerk Nord (Block 2) der Stadtwerke München (SWM) ist ein wichtiger Baustein der Klimastrategie. Zu Jahresbeginn hatten die SWM bekannt gegeben, dass eine Umstellung des Kohleblocks auf Erdgas noch zur Heizperiode 2022/23 technisch umsetzbar ist. Der Block 2 ist laut Bundesnetzagentur stromseitig systemrelevant und kann daher nicht ersatzlos abgeschaltet werden. Zudem ist der Betrieb des HKW Nord für die zuverlässige Münchner Fernwärmeversorgung unverzichtbar.

Durch den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine ist jedoch eine künftige verlässliche Versorgung mit Erdgas in Frage gestellt, so die SWM. Der Füllstand der süddeutschen Erdgasspeicher liege aktuell unter 20 Prozent, die Gasflüsse aus Russland bleiben deutlich unter dem langjährigen Mittel. Als Reaktion haben sich die Gaspreise im Großhandel mehr als verfünffacht, so die SWM. Dies gelte auch für die bereits am Markt gehandelten Preise für den Sommer 2022 und für die kommende Heizperiode 2022/23.

Aufgrund der Entwicklung des Krieges und der unklaren Perspektiven will das SWM-Management den Zeitplan der Kraftwerks-Umstellung von Kohle auf Erdgas überprüfen. In einer Szenarien-Analyse kommen die SWM zu dem Ergebnis, die Umstellung von Kohle auf Gas zur Heizperiode 2023/24 vorzuschlagen.

© IWR, 2022

10.03.2022