Vor Kommerzialisierung: Startschuss für 1 MW Wellenkraft Demo-Projekt Wedusa
Kassel - Auf der International Conference on Ocean Energy in San Sebastian, Spanien, wurde jetzt das millionenschwere Wellenkraft-Forschungsprojekt Wedusa (Wave Energy Demonstration at Utility Scale to Enable Arrays) offiziell gestartet.
Im Rahmen des 19,6 Mio. Euro teuren Vorhabens wird eine netzgekoppelte Wellenenergieanlage mit einer elektrischen Leistung von 1 MW entwickelt und beim European Marine Energy Centre in Orkney, Schottland, demonstriert. Mit dem Projekt soll die Kommerzialisierung von großen Meereswellenenergieanlagen zur Stromerzeugung vorangetrieben werden.
Das Fraunhofer IEE ist einer der Partner in dem Konsortialprojekt, an dem unter der Leitung der irischen Firma Ocean Energy insgesamt 14 Partnern aus Industrie und Wissenschaft aus Großbritannien, Irland, Frankreich, Deutschland und Spanien beteiligt sind. Die Arbeiten werden durch das EU Horizon Europe Programme sowie die britische Innovationsagentur Innovate UK gefördert. Ocean Energy wir die OE35, die weltweit leistungsstärkste schwimmende Wellenenergieanlage, entwickeln.
Das Wedusa-Projekt läuft über vier Jahre und ist in drei Phasen untergliedert: Die erste Phase umfasst das initiale Design einer Anlage, das den Meeresbedingungen des Testareals beim European Marine Energy Centre entspricht. Darauf folgt eine zweijährige Demonstration der Anlage. Die finale Phase wird die Kommerzialisierung und Dissemination unter Nutzung der Projektergebnisse sein.
Ocean Energy und andere Konsortialpartner wollen die Projektergebnisse aktiv für neue Innovationen, Produkte und Dienstleistungen nutzen. Die Ergebnisse sollen sowohl in Umweltdatenbanken als auch in elektrotechnische IEC-Standards einfließen.
„Das Projekt wird demonstrieren, dass sich die Wellenenergietechnologie auf einem Kostenreduktionspfad befindet und damit ein Sprungbrett zu größeren kommerziellen Anlagenparks und weiterer Industrialisierung ist. Wir gehen davon aus, dass die natürliche Energie der Ozeane eines Tages einen großen Beitrag zur Stromversorgung mit elektrischen Netzen leisten wird", so Prof. Tony Lewis, Chief Technical Officer bei Ocean Energy.
„Insbesondere durch die Zusammenarbeit der Partner mit multidisziplinärem Hintergrund erwarten wir, dass das Projekt zur Entwicklung von Parks aus zuverlässigen Wellenenergieanlagen beitragen wird, um das in der EU-Erneuerbare-Energien-Offshore-Strategie formulierte Ziel von 1 Gigawatt installierter elektrischer Leistung in 2030 zu erreichen“, ergänzt Matthijs Soede von der Europäischen Kommission.
© IWR, 2026
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