Vorzeitige Gaslieferung: Bulgarien erhält Erdgas aus Aserbaidschan statt aus Russland
Münster - Der russische Gaskonzern Gazprom hatte kürzlich medienwirksam Bulgarien den Gashahn zugedreht. Tatsächlich aber hatte Bulgarien angesichts des russischen Einmarsches in die Ukraine den Gas-Liefervertrag mit Russland ohnehin gekündigt bzw. gar nicht verlängert. Der bisherige Vertrag zwischen Gazprom Export LLC und Bulgargaz EAD hat eine Laufzeit zwischen 2013 und 31.12.2022 und sieht eine Lieferung von Gas in Höhe von bis zu 2,9 Milliarden Kubikmetern pro Jahr vor.
Weil eine Verlängerung ohnehin nicht vorgesehen war, kam Russland der unvermeidbaren Beendigung der russischen Gaslieferungen nach Bulgarien nur zuvor und konnte zumindest medien- und wirkungstechnisch punkten.
Bulgarien ist bereits seit Mai 2022 an die Gasverbindungsleitung mit Griechenland angeschlossen. Schon ab 01. Juli 2022 und damit deutlich früher als geplant kann Bulgarien Erdgas aus Aserbaidschan beziehen. Nach Angaben des aserbaidschanischen Botschafters Sofia Hussein Huseynov sind die Gaspumpversuche über die Pipeline zwischen Griechenland und Bulgarien abgeschlossen. Erste Testlieferungen sollen danach vor Ende Juni 2022 erfolgen.
Seit der Inbetriebnahme Ende 2020 wird Gas aus Aserbaidschan über die Transadriatische Pipeline (TAP) nach Europa, d.h. nach Griechenland über Albanien bis nach Italien geliefert. Über den griechishen Kopplungspunkt Nea Mesimvria wird Gas aus Aserbaidschan nun auch nach Bulgarien geleitet.
Zusätzlich können Bulgarien oder Rumänien Erdgas in Zukunft auch noch über die griechischen LNG-Terminals erhalten.
© IWR, 2026
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20.06.2022



