Wasserstoff-Markthochlauf gestalten: BEE widerspricht Bundesrechnungshof: Grüner Wasserstoff ist Zukunftsinvestition in Wertschöpfung und Versorgungssicherheit
Berlin - Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) hat die Warnungen des Bundesrechnungshofs zu möglichen Milliardenrisiken beim Wasserstoffhochlauf mit Sorge, aber auch mit deutlicher Kritik aufgenommen. Nach Ansicht des BEE greift die Bewertung zu kurz und blendet zentrale Chancen und Notwendigkeiten einer heimischen grünen Wasserstoffwirtschaft aus.
Der Verband verweist auf erhebliche Vorteile einer heimischen Wasserstoffwirtschaft, etwa neue Wachstumsperspektiven, zehntausende Arbeitsplätze und geringere Abhängigkeiten von Energieimporten. Auch biete grüner Wasserstoff wichtige Flexibilitäten im Energiesystem und ermögliche eine bessere Integration erneuerbarer Energien. Der BEE fordert in diesem Zusammenhang eine Umstellung der EEG-Systematik „von einer Zeit- auf eine Mengenförderung, um nicht ins Netz einspeisbaren Strom aus Erneuerbaren effizient in Flexibilitäten wie Elektrolyseuren einzusetzen, anstatt ihn ungenutzt zu lassen.“
Heinen-Esser widerspricht der Einschätzung des Bundesrechnungshofs, wonach grüner Wasserstoff auch mittelfristig nicht wettbewerbsfähig sein werde. „Wir haben bei Wasserstoff aktuell ein Henne-Ei-Problem. Grüner Wasserstoff ist teuer, weil er bislang nur in geringem Maße verfügbar ist. Weil er teuer ist, wird er weniger nachgefragt."
Die Politik sei hier aber nicht zum hilflosen Zuschauen verdammt, die Regierung habe zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten. Über Leitmärkte, die Ausschreibung der gerade erst von der EU bewilligten 12,5 GW Gaskraftwerke als H2-ready oder eine feste Grünstahlquote bei Aufträgen der Öffentlichen Hand könne im Ergebnis ein Markt geschaffen und damit auch der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft angereizt werden.
„Die jetzt investierten Mittel sind kein Risiko, sondern eine Rendite für die Zukunft“, so die BEE-Präsidentin weiter. „Der Aufbau einer heimischen grünen Wasserstoffwirtschaft wird durch die geschilderten Vorteile – von der wirtschaftlichen Wertschöpfung über Versorgungssicherheit bis hin zur Systemstabilität – volkswirtschaftlich mehr als kompensiert werden.“
© IWR, 2026
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