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Windenergieforschung: Baustart für DLR-Forschungs-Windpark

© DLR© DLR

Köln - Mit dem Forschungspark Windenergie Krummendeich errichtet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in den nächsten Monaten eine in dieser Zusammensetzung einzigartige Forschungsanlage.

Der Forschungspark wird aus zwei hochmodernen Windenergieanlagen (WEA) mit einer Blattspitzenhöhe von rund 150 Metern bestehen, die ihren Strom ins Netz einspeisen. Eine weitere, etwas kleinere WEA ist modular aufgebaut. Bei dieser dritten Anlage sollen sich je nach wissenschaftlicher Fragestellung die Komponenten austauschen, umbauen und optimieren lassen. Zwischen den drei WEA befinden sich insgesamt fünf Messmasten, die mit einer Vielzahl an Sensoren ausgestattet sind. Alle Daten werden in der Leitwarte gesammelt, in der auch eine Werkstatt, ein Labor und Büroräume untergebracht sind.

Zu den zentralen Zielen des Forschungsprojektes zählt die weitere, deutliche Senkung der Stromgestehungskosten. Dazu arbeitet das DLR gemeinsam mit den Partnern im Forschungsverbund Windenergie (FVWE) sowie weiteren Partnern aus Industrie und Wissenschaft an effizienteren Windenergieanlagen, die auch die für die Stromnetzte benötigte Flexibilität besser unterstützen. Wesentliche Faktoren für die Erreichung der Forschungsziele sind aus Sicht des DLR leichtere und robustere Materialien, eine bessere Aerodynamik sowie intelligente Regelung und Steuerung. Zudem will das Forschungsteam auch Lösungsansätze erarbeiten, um den Einfluss der Windenergie auf Mensch und Umwelt, zum Beispiel infolge von Schallemissionen, so gering wie möglich zu halten und so die Akzeptanz zu steigern.

Der Standort des Forschungs-Windparks befindet sich in der niedersächsischen Samtgemeinde Nordkehdingen im Landkreis Stade zwischen den Gemeinden Krummendeich, Oederquart und Freiburg (Elbe). Die Bauarbeiten haben im Frühjahr 2021 begonnen. Bis Ende des Jahres sollen die Zuwegungen, Aufstellflächen und Fundamente sowie Kabeltrassen für den Stromanschluss an das Umspannwerk fertiggestellt sein. Für das erste Halbjahr 2022 sind der Aufbau der Windenergieanlagen, Messmasten und Leitwarte geplant. Im zweiten Halbjahr sollen der Probebetrieb und die erste Einspeisung von Strom erfolgen.

Der Aufbau des Forschungswindparks Windenergie Krummendeich wird durch das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) gefördert.

© IWR, 2021

24.06.2021