Rollende Energiespeicher: MAN zeigt den E-Lkw der Zukunft im Praxiseinsatz
Mit dem zunehmenden Einsatz von Elektro-Lkw entsteht neben stationären Batteriespeichern perspektivisch ein großes mobiles Energiespeichersystem. Dieses kann Unternehmen nicht nur helfen, Energiekosten zu senken, sondern auch zur Entlastung der Stromnetze und zur besseren Integration erneuerbarer Energien beitragen.
Bidirektionales Laden eröffnet neue Potenziale im Nutzverkehr – Kostensenkung um bis zu 20 Prozent
Nach Angaben von MAN eröffnet die Technologie mehrere Einsatzmöglichkeiten: Der im Fahrzeug gespeicherte Strom kann direkt auf dem Betriebsgelände genutzt werden, etwa zur Versorgung von Gebäuden, zur Glättung von Lastspitzen oder zur Zwischenspeicherung von Photovoltaikstrom. Auch die Versorgung anderer Elektrofahrzeuge ist möglich. Perspektivisch könnten Elektro-Lkw zudem Energie in das öffentliche Stromnetz zurückspeisen.
Durch eine intelligente Nutzung der Fahrzeugbatterien lassen sich laut MAN die Energiekosten im Flottenbetrieb um zehn bis 20 Prozent senken. Besonders wirtschaftlich sei der Einsatz im Regionalverkehr mit planbaren Standzeiten und jährlichen Laufleistungen unter 100.000 Kilometern.
Das Unternehmen sieht im bidirektionalen Laden einen zusätzlichen Hebel zur Wirtschaftlichkeit batterieelektrischer Nutzfahrzeuge. Gleichzeitig könnte die Technologie dazu beitragen, Stromnetze zu stabilisieren und erneuerbare Energien besser in das Energiesystem einzubinden.
Bidirektionales Laden noch im Pilotstadium
Der MAN eTGX ist bereits als Serienfahrzeug am Markt verfügbar. Die Funktion des bidirektionalen Ladens befindet sich jedoch weiterhin im Pilot- und Entwicklungsstadium und wird derzeit im Rahmen von Forschungsprojekten erprobt. Die im Projekt SPIRIT-E eingesetzte Technologie wurde mit dem E-Lkw bereits unter realen Bedingungen erfolgreich demonstriert. Dabei kamen verschiedene Anwendungsfälle wie Vehicle-to-Site, Vehicle-to-Vehicle und Vehicle-to-Grid zum Einsatz. Energieflüsse zwischen Fahrzeug, Gebäudeinfrastruktur und Stromnetz wurden dabei praktisch getestet.
Die spätere Nutzung im Serienbetrieb hängt dabei neben der technischen Ausstattung der Fahrzeuge auch von Softwarefreigaben, der Ladeinfrastruktur sowie regulatorischen Rahmenbedingungen im Energiesystem ab.
Über das Forschungsprojekt SPIRIT-E
Das Projekt SPIRIT-E wird von einem Konsortium aus Industrie, Wissenschaft und Energiewirtschaft getragen. Beteiligt sind unter anderem die Technische Universität München als Konsortialführer, das Fraunhofer IEE, die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE), der Ladeinfrastrukturanbieter SBRS, der Netzbetreiber TenneT sowie weitere Partner aus den Bereichen Energiemanagement und Systemintegration.
Ziel ist es, die Integration elektrischer Nutzfahrzeuge in bestehende Energieinfrastrukturen unter realen Bedingungen zu testen und praxistaugliche Anwendungen für Logistikstandorte zu entwickeln. Die Erprobung erfolgt in einem Reallabor an einem aktiven Logistikstandort.
© IWR, 2026
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