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E.ON, Uniper oder RWE, innogy - welche Aktie Perspektive hat

Münster – Nach der Abspaltung der Kraftwerkstochter Uniper vom Energiekonzern E.ON steht nun der Börsengang der RWE-Gesellschaft innogy vor der Tür. Sowohl E.ON als auch innogy fassen die zukunftsträchtigen Geschäftsfelder rund um die Energiewende zusammen. Doch wo liegen die Unterschiede und was bedeutet das für die Kursentwicklung?

Für innogy läuft derzeit noch bis zum 6. Oktober der Angebotszeitraum für die Anleger. Am 7. Oktober sollen die Aktien der auf Netze, Kunden und erneuerbare Energien fokussierten Gesellschaft erstmals an der Börse gehandelt werden. In den Geschäftsfeldern liegt bereits ein erster wesentlicher Unterschied beim Vergleich von innogy und der neuen E.ON.

innogy wie E.ON, nur ohne Kernenergie

innogy betont ausdrücklich, keine Kernenergie im Portfolio zu haben, was als kleiner Seitenhieb gegen E.ON aufgefasst werden kann. Die neuorganisierte E.ON SE teilt sich ebenfalls in drei Bereiche auf, nämlich Energienetze, erneuerbare Energien und Kundenlösungen. Doch anders als bei innogy ist dabei auch der Bereich Kernenergie in der neuen Gesellschaft enthalten. Damit hatte E.ON seine ursprünglichen Pläne aufgrund der politischen Diskussion um die Auslagerung von Atomkraft-Verpflichtungen revidiert. Eigentlich sollte auch die neue E.ON ohne den Bereich Kernenergie auskommen.

Im Handelsblatt wird hervorgehoben, dass die Bedeutung von innogy aufgrund der erwarteten höheren Marktkapitalisierung nach dem Börsengang höher sei als die von E.ON. So könne sich der Börsengang von innogy für Konzernchef Peter Terium, der lange als Zauderer gegolten habe, zur Erfolgsgeschichte auswachsen. Tatsächlich wird die voraussichtliche Bewertung die innogy SE zum größten deutschen Energiekonzern machen. Die gesamte Marktkapitalisierung soll zwischen 17,8 und 20 Milliarden Euro liegen. Zum Vergleich: E.ON kommt beim aktuellen Kursniveau auf 12,7 Mrd. Euro, E.ONs Kraftwerktochter Uniper auf 3,6 Mrd. Euro. RWE selbst wird derzeit mit rund 8,4 Mrd. Euro bewertet.

Analysten: NordLB empfiehlt RWE-Aktie

Doch Analysten sehen auch bei RWE und innogy Risiken. NordLB-Aktienexperte Holger Fechner kommentierte am Dienstag (27.09.2016), dass er die klare Fokussierung beider Gesellschaften auf ihre Geschäftsfelder begrüße. Gemessen am Platzierungsangebot übertreffe der Wert der Tochter die derzeitige Marktkapitalisierung des Versorgers. Dabei bleibe dank des Mehrheitsanteils samt Vollkonsilidierung bilanztechnisch fast alles unverändert. Fechner empfiehlt die RWE-Aktie zum Kauf und belässt das Kursziel bei 19 Euro.

DZ Bank stuft RWE hoch

Werner Eisenmann von der DZ Bank stufte die RWE-Aktie am Montag (26.09.2016) von "verkaufen" auf "halten" hoch und hob zudem den fairen Wert von 13 auf 15 Euro an. Eisenmann begründete sein neues Votum mit der Annahme, dass die Aktien innerhalb der unerwartet hohen Preisspanne platziert werden können. Trotz der hohen innogy-Bewertung sollten die in den restlichen RWE-Aktivitäten schlummernden Risiken nicht übersehen werden, so der Experte der DZ Bank. Zudem sei die RWE-Dividendenrendite eine der niedrigsten im Versorgersektor. RWE hat für 2015 gar keine Dividende für Stammaktien gezahlt. Für die Vorzugsaktien gab es immerhin von 0,13 Euro je Aktie.

Barclys senkt Rating für E.ON-Aktie

Für die E.ON-Aktie hat sich Mark Lewis von der britischen Investmentbank Barclays am Dienstag zu Wort gemeldet. Das Kursziel senkte er von 7,70 auf 7,10 Euro. Um die Bilanz des Energiekonzerns dürfte es selbst nach einer möglichen 2,4 Milliarden schweren Kapitalerhöhung nicht zum Besten bestellt sein, so der Aktienexperte. Zudem sei die Aktie im Branchenvergleich derzeit nicht gerade billig. Das neue Geschäftsmodell hält Lewis jedoch für positiv, nicht zuletzt wegen des attraktiven, defensiven Wachstumsprofils.

© IWR, 2016

28.09.2016

 



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