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50Hertz halbiert Redispatch-Kosten

Berlin – Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz konnte in seinem Netzgebiet die Redispatch-Kosten 2016 beinahe halbieren. Grund dafür ist die Inbetriebnahme einer neuen Stromtrasse.

Das Netzgebiet von 50Hertz erstreckt sich über den Osten sowie Teile des Nordens Deutschlands. Hier konnte der Netzbetreiber die Kosten für das Engpassmanagement deutlich senken. Darunter fällt neben den Redispatch-Maßnahmen auch die Abregelung von Erneuerbaren-Energien-Anlagen.

50Hertz senkt Kosten für Redispatch-Maßnahmen und Abregelung deutlich

Die Kosten durch Maßnahmen des Engpassmanagements sind im Netzgebiet von 50Hertz im Jahr 2016 auf rd. 180 Mio. Euro gesunken. 2015 lagen sie mit 354 Mio. Euro noch fast doppelt so hoch. Unter das Engpassmanagement fällt neben den Redispatch-Maßnahmen, also das Herauf- und Herunterfahren von konventionellen Kraftwerken, auch die Abregelung von erneuerbarer Energien, insbesondere von Windenergieanlagen. Von den 180 Mio. Euro Kosten für das Engpassmanagment entfielen 2016 etwa 107 Mio. Euro auf Redispatch-Maßnahme (2015: 205 Mio. Euro) und rd. 73 Mio. Euro auf die Abregelung erneuerbarer Energien (2015: 146 Mio. Euro).

Für den Rückgang ist nach Auffassung von Boris Schucht, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50Hertz, vor allem die Inbetriebnahme des ersten Systems der Südwest-Kuppelleitung („Thüringer Strombrücke“) verantwortlich. „Man sieht daran eines sehr deutlich: Netzausbau wirkt“, bekräftigt Schucht.

Netzausbau schreitet bei 50Hertz voran

50Hertz hat im Jahr 2016 gut 33 km neue Leitungen in Betrieb genommen. Weitere 129 Kilometer befanden sich im Bau und 629 Kilometer im Genehmigungsverfahren. Gemessen an den Projekten, die das im Jahr 2009 in Kraft getretenen Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) als vordringlich definiert hat, hat 50Hertz damit rund 55 Prozent dieser EnLAG-Projekte bis 2016 in seinem Netzgebiet realisieren.

Darüber hinaus wurden drei neue Umspannwerke in 2016 in Betrieb genommen (Jessen/Nord, Gransee, Putlitz/Süd), zwei weitere werden in diesem Jahr folgen. Die Bauarbeiten am 380-KV Nordring Berlin gehen voran, so dass mit der voraussichtlichen Fertigstellung des westlichen Abschnitts in diesem Jahr gerechnet werden kann. In diesem Jahr werden auch die Phasenschiebertransformatoren an der Verbindungsleitung zur Tschechischen Republik in Röhrsdorf (Sachsen) in Betrieb genommen, ebenso wie das zweite System der Südwest-Kuppelleitung. Im Offshore-Bereich stand im vergangenen Jahr vor allem die Kabellegung beim Netzanschluss der geplanten Windparks im „Cluster Westlich Adlergrund“ im Mittelpunkt, die in 2017 weiter fortgesetzt wird.

© IWR, 2017

21.03.2017

 



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