Strommarkt 2025: Erneuerbare Energien sorgen für fast 60 Prozent der Nettostromerzeugung in Deutschland
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Bonn - Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat Strommarktdaten für das Jahr 2025 veröffentlicht: Erneuerbare Energien lieferten erneut den Großteil der Nettostromerzeugung. Die Großhandelsstrompreise sind spürbar gestiegen. Der grenzüberschreitende Stromhandel verzeichnet deutliche Veränderungen.
Im Jahr 2025 stieg die Stromerzeugung aus Photovoltaik deutlich, während Windenergie stabil blieb. Bei konventionellen Energieträgern wie Braunkohle und Erdgas zeigten sich unterschiedliche Entwicklungen. Der Day-Ahead-Großhandelspreis kletterte 2025 um fast 14 Prozent, negative Preise traten häufiger auf. Gleichzeitig sank der Nettoimport von Strom, was auf ein stärkeres Exportgeschäft hinweist.
Windenergie im Strommarkt wichtigster Energieträger
Die Nettostromerzeugung in Deutschland lag 2025 bei 437,6 TWh und damit nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr (437,7 TWh). Der Großteil entfällt mit 257,5 TWh auf Strom aus erneuerbaren Energien, was einem Anteil von 58,8 Prozent entspricht (2024: 58,5 Prozent).
Der wichtigste Energieträger blieb die Windkraft mit insgesamt 132,6 TWh. Dabei speisten Offshore-Windenergieanlagen 26,1 TWh ins Netz ein (2024: 25,7 TWh), Windturbinen an Land 106,5 TWh (2024: 112,6 TWh). Besonders stark gewachsen ist die Photovoltaik, die laut BNetzA mit 74,1 TWh rund 11 TWh mehr erzeugte als im Vorjahr. Die Regulierungsbehörde verweist darauf, dass „neben überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden im Sommer auch der Ausbau der installierten Leistung“ für das Wachstum verantwortlich war. Biomasse lieferte 36,0 TWh.
Bei den konventionellen Energieträgern sank die Gesamterzeugung 2025 dagegen leicht auf 180,1 TWh. Nach Energieträgern gab es dabei unterschiedliche Entwicklungen. Während die Nettostromerzeugung aus Steinkohle um 3 Prozent auf 28,2 TWh zulegte, fiel Braunkohlestrom um 5,4 Prozent auf 67,2 TWh. Erdgas stieg um 6,4 Prozent auf 60,6 TWh, was einem Anteil von 13,8 Prozent an der Gesamterzeugung entspricht (2024: 13,0 Prozent).
Großhandelspreise steigen
Der durchschnittliche Day-Ahead-Großhandelspreis lag 2025 bei 89,32 €/MWh, was ein Anstieg von 13,8 Prozent gegenüber 78,51 €/MWh im Vorjahr entspricht. In 573 von 8.760 Stunden des Jahres 2025 kam es zu negativen Großhandelspreisen, die auftreten können, wenn ein hohes und unflexibles Angebot auf eine niedrige Nachfrage trifft. Preise von mehr als 300 €/MWh wurden in 40 Stunden verzeichnet. Der Preis für Jahresfutures für 2025 lag bei rund 88,70 €/MWh und entsprach damit fast genau dem Day-Ahead-Durchschnitt. Im Jahr 2023 lag der Preis für Jahresfutures für 2025 im Schnitt bei 122,03 €/MWh, deutlich über dem durchschnittlichen Day-Ahead-Großhandelspreis.
Nettoexport nimmt zu
Im grenzüberschreitenden Handel importierte Deutschland 76,2 TWh Strom (2024: 77,2 TWh) und exportierte 54,3 TWh (2024: 48,9 TWh). Durch die gestiegenen Exporte sank der Nettoimport um 22,6 Prozent auf 21,9 TWh. Die Bundesnetzagentur erklärt dazu: „Strom wird im europäischen Verbund dort erzeugt, wo dies am günstigsten möglich ist. Deutschland und die anderen europäischen Länder können so wechselseitig von den jeweils günstigsten Erzeugungsbedingungen profitieren.“
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05.01.2026