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CATL sammelt fünf Milliarden US-Dollar ein – Batteriekonzern beschleunigt Europa-Expansion

© CATL© CATL

Hongkong - Der chinesische Batteriekonzern CATL hat eine Kapitalerhöhung über rund fünf Milliarden US-Dollar abgeschlossen und will mit den Mitteln insbesondere seine globale Produktionskapazität sowie die Expansion in Europa vorantreiben. Das Unternehmen platzierte 62,385 Millionen neue H-Aktien zu einem Preis von 628,20 Hongkong-Dollar je Aktie und erzielte damit einen Nettoerlös von rund 39,12 Milliarden Hongkong-Dollar (rd. 5,0 Mrd. USD).

Die Transaktion zählt zu den größten Kapitalmaßnahmen im internationalen Batteriemarkt der vergangenen Jahre und unterstreicht das anhaltende Wachstum des globalen Batteriemarktes sowie den hohen Investitionsbedarf der Branche beim weltweiten Ausbau der Zellfertigung.

Milliardenfinanzierung für globale Produktionskapazitäten und neue Batterietechnologien
Nach Angaben des Unternehmens soll ein Großteil der Mittel in den Ausbau internationaler Produktionskapazitäten fließen. Im Fokus steht insbesondere die europäische Gigafactory im ungarischen Debrecen, die mit einer geplanten Kapazität von 100 Gigawattstunden (GWh) zu den größten Batteriefabriken Europas zählen soll.

Darüber hinaus investiert CATL in Forschung und Entwicklung, insbesondere in die Kommerzialisierung von Natrium-Ionen-Batterien. Diese Technologie soll ab 2026 marktreif werden und ist vor allem für stationäre Energiespeichersysteme vorgesehen.

Weitere Mittel fließen in Projekte zur Dekarbonisierung des Unternehmens, in den Aufbau CO2-neutraler Produktionsstrukturen sowie in die langfristige Sicherung strategischer Rohstoffe für die Batterieproduktion.

Europa im Fokus: CATL baut lokale Batterieproduktion massiv aus – Ungarn wird zentraler Europa-Hub
Mit seiner Strategie „In Europe, for Europe“ treibt CATL den Aufbau eines europäischen Produktionsnetzwerks voran, um lokale Automobilhersteller direkt vor Ort zu beliefern und regulatorische Anforderungen der EU zu erfüllen.

Das wichtigste europäische Projekt des Konzerns ist derzeit die Gigafactory im ungarischen Debrecen. Dort soll die Zellproduktion im Laufe des ersten Halbjahres 2026 anlaufen, nachdem die Modulmontage bereits seit mehr als einem Jahr vorbereitet wird.

Mit einer geplanten Gesamtkapazität von 100 GWh wäre das Werk eines der größten Batteriewerke Europas. Nach Unternehmensangaben ist die Produktion bereits vollständig an Kunden vergeben, darunter BMW, Mercedes-Benz, Stellantis und Volkswagen.

Parallel baut CATL gemeinsam mit Stellantis ein Werk im spanischen Zaragoza auf. Dort sollen ab Ende 2026 Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) produziert werden, die vor allem für kostengünstigere Elektrofahrzeuge vorgesehen sind. Die geplante Kapazität liegt bei bis zu 50 GWh.

In Deutschland erweitert CATL zugleich sein Werk in Arnstadt bei Erfurt. Die Produktionskapazität des ersten europäischen Standorts des Konzerns soll bis Ende 2026 von ursprünglich 14 auf bis zu 60 GWh steigen.

Der Schwerpunkt in Thüringen liegt auf leistungsstarken Batteriezellen für Premiumfahrzeuge, unter anderem für BMW.

Strategische Rohstoffe und EU-Regulierung rücken in den Fokus
Neben dem Produktionsausbau investiert CATL verstärkt in die Absicherung seiner Lieferketten. Dazu gehört unter anderem der Aufbau einer neuen Managementplattform für den Bergbausektor, über die der Zugang zu kritischen Rohstoffen langfristig gesichert werden soll.

Zudem arbeitet das Unternehmen an Lösungen zur Erfüllung kommender EU-Vorgaben wie dem Batteriepass. Gemeinsam mit BMW laufen bereits Pilotprojekte zur digitalen Nachverfolgung von CO₂-Bilanzen und Recyclingquoten entlang der Batterie-Wertschöpfungskette.

Mit der Kapitalmaßnahme unterstreicht CATL die strategische Bedeutung Europas für das weitere Unternehmenswachstum. Der Kontinent entwickelt sich zunehmend zu einem der wichtigsten Auslandsmärkte für Batteriehersteller, da Automobilkonzerne ihre Lieferketten regionalisieren und regulatorische Anforderungen lokale Produktion begünstigen.

Innovationen: CATL bringt neue Batterieserien mit bis zu 1.500 Kilometern Reichweite und sechs Minuten Ladezeit auf den Markt
Auf einem Technologie-Event in Peking hat CATL zuletzt mehrere Batterieserien für unterschiedliche Fahrzeugklassen vorgestellt.

Eine neue Hochenergiebatterie („Condensed Battery“) ist insbesondere für größere Fahrzeuge ausgelegt. Dazu zählen Oberklasse-Limousinen sowie SUVs, bei denen laut Unternehmen Reichweiten von bis zu 1.500 Kilometern möglich sein sollen.

Parallel stellte CATL eine weiterentwickelte Schnellladebatterie der „Shenxing“-Reihe vor. Diese richtet sich vor allem an Volumenmodelle im Pkw-Massenmarkt, also Fahrzeuge der Kompakt- und Mittelklasse. Unter optimalen Bedingungen soll hier eine Ladezeit von rund sechs Minuten möglich sein.

© IWR, 2026


04.05.2026

 



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