Energiefirmen.de

Branchenportal der Energiewirtschaft

PlanET 4 1280 256

Regelung am gemeinsamen Netzanschlusspunkt: Energy Grid Service erhält finale VDE-Zertifizierung für EZA-Regler

Bremen – Windparks, PV-Anlagen sowie Hybrid- und Mischparks teilen sich zunehmend einen gemeinsamen Netzanschlusspunkt. Für die koordinierte Regelung dieser Anlagen gewinnen herstellerunabhängige Erzeugungsanlagen-Regler (EZA-Regler) an Bedeutung, da sie unterschiedliche Erzeugungseinheiten und Steuerungssysteme in einem gemeinsamen Regelungskonzept zusammenführen können.

Als Anbieter solcher Lösungen hat die Energy Grid Service GmbH aus Bremen für ihren selbst entwickelten EZA-Regler P6-EnergyControlSystem 3.1 nun das endgültige Komponentenzertifikat nach den technischen Anschlussregeln VDE-AR-N 4110 und 4120 erhalten. Nach einem 2024 zunächst erteilten Prototypenzertifikat markiert dies den Abschluss des Zertifizierungsverfahrens; das Zertifikat ist im zentralen FGW-Register ZEREZ hinterlegt. Für Projektentwickler, Anlagenbetreiber und Anlagenerrichter schafft dies eine zertifizierte Grundlage für die Anlagenzertifizierung und bietet gleichzeitig hohe Flexibilität bei der Umsetzung komplexer Netzanschlussprojekte.

Herstellerunabhängige Regelungstechnik
Der EZA-Regler übernimmt als zentrale Schnittstelle zwischen Erzeugungsanlage und Netzbetreiber die Regelung von Wirk- und Blindleistung am Netzanschlusspunkt, verarbeitet Sollwerte und Rückmeldungen und koordiniert unterschiedliche Erzeugungseinheiten innerhalb einer Anlage. Die Lösung ist herstellerunabhängig konzipiert und lässt sich in Windparks, Photovoltaikanlagen sowie Hybrid- und Mischparks einsetzen. Unterschiedliche Anlagenhersteller, Parksteuerungen und Kommunikationsschnittstellen können so in ein gemeinsames Regelungskonzept integriert werden. Mit der Zertifizierung ist bestätigt, dass der Regler die Anforderungen von VDE-AR-N 4110 und 4120 erfüllt und die erforderlichen Regelungs- und Steuerungsfunktionen normgerecht umsetzt.

Mehrjährige Eigenentwicklung
Die 2023 aus dem Zusammenschluss von Wpd Windmanager Technik, Deutsche Windtechnik Umspannwerke und Oltec Service entstandene Energy Grid Service GmbH beschäftigt rund 130 Mitarbeitende an vier Standorten. Die Entwicklung des P6-ECS erstreckte sich nach Unternehmensangaben über mehrere Jahre und umfasste Konzeption, Softwareentwicklung, Schaltschrankbau sowie Simulationen, Prüfungen und Inbetriebnahmen unter realen Anlagenbedingungen. Mit der Zertifizierung erweitert das Unternehmen sein Portfolio für die sichere und normkonforme Netzintegration von Windenergie-, Photovoltaik-, Speicher- und Hybridprojekten. „Diese Zertifizierung ist für uns weit mehr als ein formaler Nachweis. Besonders stolz macht uns, dass wir diesen Meilenstein mit einer vollständig eigenentwickelten Lösung erreicht haben“, sagt Oliver Klausch, Geschäftsführer der Energy Grid Service GmbH.

Regulatorischer Rahmen
Seit Februar 2025 ist die Nutzung des zentralen FGW-Registers ZEREZ für den Netzanschluss neuer Erzeugungsanlagen verpflichtend: Netzbetreiber akzeptieren im Anschlussverfahren die dort hinterlegte ZEREZ-ID als Nachweis für die Anschlussfähigkeit einer Komponente, wodurch der bisher aufwändige Einzelnachweis von Zertifikaten entfällt.


© IWR, 2026


21.07.2026

 



Jobs & Karriere - Energiejobs.de
Veranstaltungen - Energiekalender.de

Pressemappen - mit Original-Pressemitteilungen