Lichtblick: Bürokratische Kleinstaaterei der Netze muss reformiert werden
Hamburg - Der Ökostrom-Marktführer Lichtblick fordert im Vorfeld des Berliner Netzgipfels eine umfassende Reform der Netze in Deutschland. „Die Vorschläge von Minister Altmaier für neue Stromleitungen greifen zu kurz. Das ganze Netzsystem ist eine Blackbox und behindert die Energiewende. Wir müssen die bestehenden Leitungen erst einmal sinnvoll nutzen und die Kosten senken“, so Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft bei LichtBlick.
So fordert Lichtblick 25 regionale Kompetenz- und Dienstleistungs-Cluster, die die bisher zersplitterte Landschaft aus 900 lokalen Stromnetzen bündeln soll. Bürokratie und Geld könne auch dadurch eingespart werden, dass die vier Übertragungs- netzbetreiber Tennet, 50 Hertz, Amprion und TransnetBW Leitungen künftig zu einer deutschen Strom-Regelzone zusammenschließen. Die Bewirtschaftung von vier Regelzonen sei nicht mehr zeitgemäß.
Lichtblick fordert zudem eine wirkungsvollere Regulierung und mehr Transparenz bei den Netzkosten sowie eine Senkung der staatlichen Garantierenditen für die Betreiber. Die Netzentgelte sind mit 280 Euro der teuerste Posten auf der Stromrechnung der Haushalte. Die Kosten für die Stromleitungen belaufen sich auf über 25 Milliarden Euro im Jahr. Lichtblick warnt zudem vor der großen Marktmacht von E.ON, das die Strom- und Gasleitungen von RWE übernehmen will. „Hier ein entsteht ein Netzriese, der einen großen Teil der Energie-Lebensadern Deutschlands kontrolliert. Ohne wirksame Regulierung werden die Verbraucher dafür tief in die Tasche greifen müssen“, so Lücking.
© IWR, 2026
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19.09.2018



