Warmes Flusswasser legt Kernkraftwerk lahm: Schweizer Atomkraftwerk Beznau 1 wegen Hitzewelle komplett abgeschaltet
Baden - Atomkraftwerke brauchen, wie alle großen Kraftwerke, eine gute Kühlung, um sicher zu arbeiten. Wegen der anhaltenden Hitze in der Schweiz und der damit verbundenen Erwärmung der Aare hat der Energieversorger Axpo jetzt weitere Maßnahmen am Kernkraftwerk Beznau ergriffen. Nachdem die Flusstemperatur am 29. Juni 2025 die kritische Marke von 25 °C erreichte, wurde die Leistung beider Reaktorblöcke zunächst auf 50 Prozent gedrosselt.
Doch das reichte nicht aus. Am 1. Juli 2025 hat Axpo deshalb Block 1 des Atomkraftwerks Beznau komplett abgeschaltet. Block 2 läuft weiterhin mit halbierter Leistung. Diese Maßnahmen wurden gemeinsam mit dem Bundesamt für Energie (BFE) abgestimmt und sollen das empfindliche Leben in der Aare schützen.
Axpo setzt sich laut dem Schweizer Fernsehen SRF bereits seit einiger Zeit dafür ein, die geltenden Regeln zu lockern. Künftig will Axpo, dass eine Abschaltung nur dann nötig sein soll, wenn die Aare mindestens fünf Stunden am Tag wärmer als 25 Grad ist – bisher reicht eine einmalige Überschreitung. Auch möchte Axpo erlauben, das Kühlwasser mit 33 statt bisher 32 Grad Celsius in die Aare zurückzuleiten.
Das Atomkraftwerk Beznau 1 (380 MW, brutto) ist das älteste noch in Betrieb befindliche kommerzielle Kernkraftwerk der Welt. Das AKW ist 1969 in Betrieb gegangen und über 50 Jahre alt. DAs AKW Beznau 2 (380 MW, brutto) ist seit 1971 in Betrieb. Mit einer Leistung von 365 MW netto (380 MW brutto) zählen Atomkraftwerke wie in Beznau nach heutigen Maßstäben zu den Mini-Atomkraftwerken oder Small Modular Reactor (SMR).
© IWR, 2026
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