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Deutsch-Jordanischer Energiedialog gestartet

Münster - Während der jordanische König Abdullah II in Münster den diesjährigen Preis des Westfälischen Friedens erhält, wird in Berlin eine gemeinsame Absichtserklärung zur Begründung eines Deutsch-Jordanischen Energiedialogs unterzeichnet. Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern soll so wirksam gesenkt werden.

In Münster hat der jordanische König Abdullah II den Westfälischen Friedenspreis für seine Flüchtlingspolitik erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck lobte die geschickte Politik des Königs, das nach Regierungsangaben etwa 1,4 Mio. Flüchtlinge aufgenommen hat, bei einer eigenen Bevölkerungszahl von nur 6,4 Mio. In Berlin haben unterdessen Wirtschaftsminister Gabriel (SPD) und der jordanische Außenminister Nasser Judeh eine Gemeinsame Absichtserklärung zur Begründung eines Deutsch-Jordanischen Energiedialogs unterzeichnet.

Modernisierung des jordanischen Energiesektors steht im Fokus

Jordanien deckt etwa 95 Prozent seines Energiebedarfs über Importe (v.a. Gas, Öl). Die Kosten hierfür machen ca. ein Viertel des BIP aus. Bedingt durch die Flüchtlingskrise und die wachsende Bevölkerung, wird der Energieverbrauch Jordaniens um ca. 5 bis 6 Prozent p. a. in den kommenden Jahren steigen. Die Bundesregierung wird Jordanien daher in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz beraten.

Kooperation zwischen kleinen und mittleren Unternehmen angestrebt

Über die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie soll die Kooperation zwischen kleinen und mittleren Unternehmen, die klimafreundliche Energietechnologien anbieten, und jordanischen Unternehmen der Energiebranche verstärkt werden. Eingebunden ist neben dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, das Auswärtige Amt, das Bundesministerium für Umwelt, Natur, Bau und Reaktorsicherheit sowie das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Über Jordanien und die Wirtschaft

Jordanien ist mit einer Fläche von 90.000 km² etwas größer als Österreich. Die Einwohnerzahl beträgt 6,4 Millionen. Die jordanische Wirtschaft exportierte 2014 Waren in einem Wert von 8,4 Mrd. USD, hauptsächlich in die USA, Irak und Saudi-Arabien. In die EU wurden Waren in einem Wert von 0,4 Mrd. USD exportiert, davon 25 Mio. Euro nach Deutschland. Damit liegt Jordanien auf Platz 126 von 226 in der deutschen Einfuhrländerstatistik. Die deutschen Exporte nach Jordanien betrugen 2015 etwa 800 Mio. Euro. Es wurden hauptsächlich Kraftfahrzeuge und -teile sowie Maschinen exportiert.

Über den Westfälischen Friedenspreis

Der Westfälische Friedenspreis wird seit 1998, dem Jahr des 350-jährigen Jahrestag des Westfälischen Friedens, alle zwei Jahre verliehen. Der erste gesamteuropäische Friedenskongress beendete 1648 den 30 jährigen Krieg. Der 30-jährige Krieg war ein Religionskrieg zwischen Katholiken und Protestanten sowie ein Kampf um die Hegemonie in Europa.

© IWR, 2016

10.10.2016