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Frankreich droht Atomkraft-Blackout im Winter

Münster - Frankreich droht in diesem Winter ein akuter Strommangel. Das meldet der französische Netzbetreiber RTE und trifft bereits Vorkehrungen. Im Dezember fallen 13 französische Atomkraftwerke wegen angeordneter Sicherheitschecks gleichzeitig aus.

In Frankreich könnte es in diesem Winter zu ernsthaften Engpässen bei der französischen Stromerzeugung kommen. In den ersten drei Wochen im Dezember werden 13 Atomkraftwerke aus Sicherheitsgründen gleichzeitig vom Netz genommen. Und das könnte bei einem Kälteeinbruch direkte Folgen für die Bevölkerung und die Industrie haben.

In Frankreich produzieren 58 Atomkraftwerke Strom

Die Energiewende in Frankreich kommt nur langsam in Gang. Zwar waren Ende 2015 bereits über 10.000 MW Windkraftleistung und rd. 6.000 MW Photovoltaik-Leistung installiert, die Nutzung der Kernenergie trägt aber noch immer den Hauptanteil an der französischen Stromerzeugung. Insgesamt rd. 63.000 MW Atomkraftleistung stehen grundsätzlich zur Verfügung. In dieser Woche tragen die französischen Atomkraftwerke mit rd. 40.000 MW zur Stromversorgung bei.

Wegen AKW-Sicherheitsabschaltung: Kälteperiode könnte zum Blackout führen

Kommt es im Dezember 2016 zu einer Kältewelle ähnlich wie 2012, dann droht der französischen Stromversorgung ein Strom-Blackout. Weil die Franzosen mit Strom heizen, kann der Leistungsbedarf in Frankreich im Winter in der Spitze bis auf über 100.000 MW in den Morgen- bzw. Abendstunden ansteigen. Selbst bei vollem Einsatz aller Atomkraftwerke mit 63.000 MW sowie der Wasserkraft-, Gas-und Ölkraftwerke kommt die französische Stromversorgung dann an die Leistungsgrenze. Ausgerechnet für den Dezember hat die französische Aufsichtsbehörde aber die Abschaltung von gleich 13 Atomkraftwerken aus Sicherheitsgründen angeordnet. Hintergrund sind aufgetretene Unregelmäßigkeiten am Dampfturbinengenerator von Areva.

Netzbetreiber RTE trifft Vorkehrungen für den Ernstfall

Der französische Netzbetreiber RTE trifft im Vorfeld bereits zahlreiche Vorkehrungen. Dazu zählen eine Warn-App für Haushalte, die eine hohe Stromnachfrage anzeigt und darüber informiert. Des Weiteren wird bereits bei der Industrie nachgefragt, ob im Falle der Fälle die Stromnachfrage reduziert und Maschinen abgeschaltet werden können. Auch kann es im Einzelfall zu Stromabschaltungen ganzer Regionen kommen, um das französische Stromnetz zu stabilisieren, so der Netzbetreiber RTE.

© IWR, 2016

10.11.2016

 



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