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AKW Brokdorf produziert nur noch im abgesicherten Modus

Kiel - Seit Anfang des Jahres 2017 steht das Atomkraftwerk Brokdorf schon still. Der Grund für das ungewöhnlich starke Rosten der Brennelemente scheint jetzt geklärt. Der Betrieb des AKW-Brokdorf wird zukünftig eingeschränkt.

Im Zuge der Jahresrevision des Kernkraftwerks Brokdorf waren im Februar Oxidschichten an Brennstäben festgestellt worden, die dicker waren und schneller und an anderen Stellen auftraten, als erwartet. Daraufhin hat die Atomaufsicht bis zur Klärung den Weiterbetrieb untersagt.

Hohe Lastwechsel sind eine Ursache für schnelleres Rosten

Zu der ungewöhnlich schnellen und starken Korrosion an Brennstäben im AKW Brokdorf hat nach Feststellung der schleswig-holsteinischen Atomaufsicht ein Zusammenspiel von mehreren Faktoren geführt. ""Neben dem Hüllrohrmaterial sind die hohen Leistungsanforderungen verantwortlich: der Hochleistungskern und ein immer häufigeres, schnelles Hoch- und Runterfahren des Reaktors. Diese Beanspruchung hat nach unseren Erkenntnissen zu der unerwarteten Oxidation im oberen Bereich einiger Brennstäbe geführt"", sagte Energiewendeminister Robert Habeck in Kiel.

AKW Brokdorf zukünfig im abgesicherten Modus am Netz

Unter der Voraussetzung, dass die Leistung und der sogenannte Lastfolgebetrieb nun reduziert werden, hat die Atomaufsicht am Freitagabend (14. Juli) der Beladung eines neuen Reaktorkerns zugestimmt. "Der Betreiber PreussenElektra dreht jetzt das Rad elf Jahre zurück und stellt die Anlage auf den Betrieb von vor 2006 ein. Für diese Zeit gibt es eine gesicherte Betriebserfahrung mit dem betroffenen Hüllrohrmaterial. Brokdorf fährt künftig also im abgesicherten Modus", sagte Habeck. Die Leistung werde auf 95 Prozent reduziert, die Lastwechselgeschwindigkeit halbiert. "Damit wird sicher verhindert, dass sich die überaus starke Oxidation wiederholt und die Grenzwerte überschritten werden", betonte der Minister.

Noch keine Zustimmung für das Wiederanfahren

Mit der Zustimmung zum Beladen des Kerns ist noch nicht automatisch die Zustimmung zum Wiederanfahren verbunden, so die Atomaufsichtsbehörde. Dagegen hatte ein Sprecher des Betreibers Preussenelektra am 11.07.2017 gegenüber IWR Online erklärt, dass das Unternehmen derzeit ein Wiederanfahren des Atomkraftwerks Brokdorf für den 30. Juli 2017 anvisiere.

© IWR, 2017


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